La Pomme Pourrie 

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Unter dem Vordach der Nacht

KLeiner Wassermann
Die Filmrolle in der Blackmagic Cinema Camera 6K durfte wieder rollen. Zum zweiten Mal im Kleinen Wassermann und insofern wieder ein musikalisches Sujet. Und ich: etwas klüger und mit erweiterter Hardware. Klüger, weil ich inzwischen weiß, daß die BMCC6K keinerlei Rauschunterdrückung vorweist. Und erweitert, weil ich auch die Sony PXW FS5 mitnahm und auch die kleine GoPro Hero 11. Nicht zu vergessen, das Sanken CMS-10. Damit konnte ich die Aufzeichnung sorgfältiger gestalten.
 
Bühne frei für ein so nicht erwartetes musikalisch-literarisches Programm; Ambrosius Huber – den ich von zwei vorangegangenen Videos bereits kannte – gab mir das OK, und ich suchte mir einen unauffälligen Platz. Es ist nun mal so, daß man eine Veranstaltung genießen kann oder man macht Photos oder Video oder Tonaufnahme. Da lassen sich Arbeit und Vergnügen kaum kombinieren. Noch dazu gab es gratis und franko die üblichen Störungen wie Schirmständer, Mikrophonständer, herabhängende Kabel und das obligatorische Schwinden des Lichts mit dem Ausbrechen der Dunkelheit – uneingeladen kam die übliche Portion Bildrauschen hinzu, und das fast völlige Absacken der Sony im Halbdunkel. Malerische Bilder gab das, die aber die Kameras bis zum Nervenzusammenbruch ausreizten. Den zweiten Set erlaubte ich mir nur mehr als Konzertbesucher zu genießen. Und ja: La Pomme Pourrie ist ein Genuß.
 
La Pomme Pourrie
Silvana Schmid
Gesang, Akkordeon
Ambrosius Huber
Cello, Ukulele, Gesang
Ulrich Pletscher
Klarinette, Klavier, Akkordeon, Ukulele, Harmonium, Gesang
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Die feine Kunst des Chansons
Direkt verwandt mit der Piraten Jenny
 
 
Final Video
La Pomme Pourrie
Live
Kleiner Wassermann
Donnerstag, 14. Aug. 2025
26 Min. 05 Sek.
 
 
 
Technisches
 

Blackmagic Cinema Camera 6K mit SSD
und Sanken CMS-10.
Die Cinecamera wurde etwas erweitert. Generell kam ich letztes Mal mit einem Angelbird AV PRO SE CFexpress B 1TB Speicherchip gut zurecht, wollte aber auf jeden Fall genug Platz haben und montierte mit einem Small Rig Halter eine Samsung T7 Portable SSD auf die Kamera. Diese Platte wird für diese Kamera empfohlen und sie hält Wort, die 6K DCI 6048 x 3200 liefen ohne Unterbruch in den Speicher. Die SSD läßt sich direkt am USB-C Ausgang anschließen. Das große Manko an der BMCC6K ist der Akku. Das winzige Ding in der Kamera, eine Handelsübliche NP-F70, führt nirgendwohin, und für einen Blackmagic-Untersatz, in dem sich weitere zwei dazulegen lassen, da ist mir das Geld zu schade. Also entschied ich mich eher für einen Caruba 12V BMPCC6K F970 Akku-Adapter, das lief mit dem F970er Akku gut und lange. Somit hat man auf der Kamera eine Schublade für große Akkus (auf dem Bild oben rechts).
 

Sanken CMS-10, ein japanischer Traum.
Und der Hit, der absolute Monsterhit: das Sanken CMS-10. Die kamerainternen Mikrophone, die können durchwegs recht Mühe haben, aber das Sanken CMS-10 hebt die Audioaufnahme auf ein ganz neues Level. Peng und Bumm und alles ist da: Ein, zwei Angleichungen nachher mit dem EQ im Resolve und die Sache ist im Kasten. Eine kurze Keule, die man auf mono oder auf stereo stellen kann, dazu ein paar superkurze angewinkelte Mini-XLR Kabel mit Adapter auf 5-Pol Ausgang, custom made bei der Firma Designacable in Nottingham, so ist dann alles perfekt. Naja, die Mini-XLR Anschlüsse könnten ein wenig robuster sein.
 
Trotz allem, es wurde mit zunehmender Stunde immer dunkler. Die Kameras wurden bis ans Limit getrieben, es wurde gerauscht, was das Zeug hält. Es ließ sich nicht vermeiden, im Post wieder auf den Neat Video Denoiser zuzugreifen. Video lebt vom Licht, wenn nicht von der Sonne, dann Licht von Scheinwerfern. Die kann man nicht mit Wohnzimmerlampen ersetzten, so hübsch sie anzusehen sind.
 
Wohl erwähnenswert: Mit der Cine Camera kam ein Nikon AF NIKKOR 80-200mm 1:2.8 zum Einsatz, ein uraltes Nikon Portraitobjektiv.
 
Setup:
 
Blackmagic Cine Camera 6K
Nikon AF NIKKOR 80-200mm 1:2.8
Urth Nikon auf L-Mount Adapter
6K DCI 6048 x 3200, Constant Quality Q5
 
Sony PXW FS5
Nikon AF NIKKOR 24-120mm 1:3.5
Novoflex Nikon auf Sony Adapter
XAVC 6048 x 4032
 
GoPro Hero 11
 
 
Verrottete, gesungene Wortgewalt
 

La Pomme Pourrie am kleinen Wassermann.
Johann bringt mir auf dem Tablett eine gute Portion Couplets zum Fünf Uhr Tee. Jedes Couplet ist ein mit einer Namensetikette versehenes Ereignis. Schon als er das Tablett abstellt, um mir die Auswahl des Teegebäcks zu kredenzen, da hört man's schon knirschen. Im Parkettboden, in den wurmstichigen Balken und hinter und über diesen, da wird wild getrappelt, dort, wo die Marder hin- und herlaufen. Das Fenster scheppert, weil ein plötzlicher Windstoß zum Spätnachmittag nicht alleingelassen sein will und am Fenster klopft: um Einlaß und Schutz bittet. Es scheint da draußen unwirtlich zu werden, etwas – unheimlich, daß sogar der Wind, der bittere Kälte und dunkle Nacht gewohnt ist, ängstlich wird, denn es scheint der Mensch das Wort ergriffen zu haben – dieser Mensch, dieses Mensch. Das ist schlimmer als wenn dem Hans Fronius die Zeichenkohle bricht, viel schlimmer als wenn dabei sein uhuhaftes Aussehen Grimm zeigt. Die Ordnung fühlt sich bedroht, weil sie ertappt wurde. Alle Doppelmoral und alles Geheime und Verborgene springt über die Bühne und verkündet alles bisher sorgsam Vertuschte öffentlich – was den Geheimnisbewahrern nicht recht sein kann, Gewisse nicht mehr lachen, sondern nach der Guillotine rufen. Soll sie heulen, diese Staatsgewalt, diese Moral im Vorschulalter. «Ruhe jetzt!» rufe ich aus, «Es ist Fünf Uhr Tee.» und beuge mich über die Gaben auf dem Tabeletto.
 
Wer beschenkt mich denn da so? Ich kenne doch diese Namen, Johann hat sie mir von den Buchrücken in der Bibliothek gerissen. Die edlen Spender sind diese: Friedrich Hollaender, Hugo Wieners, Hans Fritz Beckmann, Theo Mackeben, sogar ein Charles Baudelaire und ein Max Raabe und der Udo Lindenberg ist auch dabei. Na, das gibt ja wohl Tee mit einem Schuß Fliegenpilz vom Absinthlöffel. Kein Wunder, daß die Böden knarren, das Fenster scheppert und jedes Gebäckstück eine Drohung gegenüber der öffentlichen Ordnung zu enthalten scheint. Kann man sich so etwas genehmigen? Natürlich! Solche Genüsse darf man nicht beiseite schieben. Auch wenn Leib und Leben gefährdet ist!
 
lapommepourrie.com
Ich möcht Geliebte von einem Fakir sein
Damit mich, wenn ich lieg ohne Matratz′n
Von hinten noch die Nagelspitzen kratzen
Aber der Novak lässt mich nicht verkommen – Hugo Wiener

Nagelbrett – Aufnahme aus dem City Palace of Jaipur, Indien 2002
Nagelbrett