Varanasi ist eine Stadt für sich. Mitten in ihr wächst ein Bodhibaum, ein Baum, der umgekehrt wächst: Seine Wurzeln sind über der Erde. Und diese Wurzeln strecken sich quer durch die Gassen. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt auf Varanasi näher eingehen, denn auch hier hat es viel Bild und Videomaterial.
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Die Welt ist voller Eigenheiten. Es kann ein Nebel sein. Es kann eine Weihnachtsdekoration sein. Oder der Streß auf der Hauptstraße von Savannah La Mar auf Jamaica. Oder wenn Franks Küche belagert wird. Oder Anderes.
Hinter mir steht ein Regal. Das ist voller Schachteln und diese sind gefüllt mit Fotos, mit Videokassetten in Hi8-, DV- und Betacam SP Format, CD ROMs, DVDs, Zeichnungen, Zeitungsartikel, Visitenkarten, Prospekte, Notizen. Jedesmal wenn ich eine solche Schachtel aufmache, dann entstehen Bilder in meinem geistigen Auge. Und ich weiß nicht so recht, was ich damit anfangen soll. Es ist eine Lebensaufgabe, so erzählen zu lernen wie Ludwig Tieck, der so sehr von E.T.A. Hoffmann bewundert wurde. Ich hatte gesten begonnen Tieck's "Der blonde Eckbert" zu lesen und es reißt mich dermaßen mit, daß vor Spannung am Rande meines Lesesessels hänge. Ich habe keine Zeit dafür, mit dem Telephon herumzulaufen und Pokemons zu suchen. Ich frage mich überhaupt, wofür die Menschheit Zeit hat außer für das, was ebenso erbärmlich ist wie ihre Ernährung.
Ich müßte alles mit dem Mikroskop durchgehen, die einzelnen Bilder zusammentun, die einzelnen Bildsequenzen zusammenreihen, die Gedanken zu einem neuen Genre zusammenfassen. Kein Kritiker könnte mir was sagen. Aber besonders müßte ich eine Zeitmaschine besteigen und Korrekturen anbringen, so denke ich. Die Landkarten, die diese Artifakten bilden, sind voller weißer Flecken und ungeschriebener Dramen.
Alles im Leben ist fehlerhaft, vernebelt. Gewisse Nebel kann man lichten, aber wie viele noch bleiben! Aber so manch gelichteter Nebel zeigt ein Geschehen, das man gar nicht verträgt. Und dazu ist so vieles verboten. Jaja, Moral ist eine Sache. Aber Doppelmoral ist etwas Anderes. Und damit schüttelt man so mühsam die Betäubung ab, weil man vor Moral und Doppelmoral gebunden ist.
In erster Linie sind es aber alles Orte, die wieder besucht werden sollten, denn von all ihren Beschreibungen ist nicht einmal das Vorwort geschrieben.