Oid British Amp.
Das Frontpanel
«Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich – If Music Be the Food of Love... Prepare for Indigestion.»
Albumtitel von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich – Erschienen 1966.
Credo of the Natural Mystic
Aus Tschinelle mach Crash.
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X-Mal Slide Guitar.
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Programming the Matrix.
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Selten aber inzwischen furchtbar Teuer: Das Roland RSS RV-800 Federhall.
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Scribbles: Der Weg in die totale Ordnung.
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Donald Duck ist einfacher als Noten.
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Der Alltagsbürger, der Künstler, der Adept. Der nach dem Einschlafen die Blindenschrift des Traums erkundet. Der vor dem Einschlafen die Blindenschrift der Musik erkundet, dabei angestrengt die Phantomschallquelle der Lautsprecher fixiert, als könnte er dort etwas sehen. Eventuell ist das ein Relikt aus der Jugendzeit, als ich mich mit Musikillustration beschäftigt habe und damit meinen Zeichenprofessor zu ungereimten Aussagen gebracht hatte.
Eine wohl erschreckende, auch logische und natürliche Erkenntnis ist jene, die mir vom Himmel in den Schoß fiel, war, daß ich nach über einem halben Jahrhundert (es war wohl viel mehr) zur Einsicht kam, daß ich heute erst die Musik mache, die ich – in dieser Form sogar – vor all den Jahrzehnten machen wollte. Weder habe ich mich der Avant-Garde noch einer anderen Musikrichtung verschrieben – hatte ich mich nie – noch ziele ich auf den großen Durchbruch. Der Erfolg soll sich dann einstellen, wenn eine große Anzahl der Zuhörerschaft meinem Zauber erlegen ist.
I stared at a woman as she abandoned herself to mad, flailing dance. When she stopped, her face glowed with purgation and release – a reminder that this was ritual, not performance. My aesthetic judgements about the music were irrelevant.
Banning Eyre – In Griot Time / Chapter Seven – Return of the Diva, p. 110 / Temple University Press
Erfolg stellt sich hinten an, hinter dem Ritual, hinter dem Künstler, hinter der Technik, hinter allem. Ganz hinten steht der Manager, der, wenn er sich vor dem Künstler aufbaut, vor der Hohen Bank (auf der die Töne liegen, nach denen wir greifen) herumlungert, vor der Freiheit des Geistes stellt, dort bekommt er die Stellung eines billigen Ladendiebs im hehren Haus der Kunst.
Gehen wir soweit, kulturelle Aneignung zu verurteilen, dann müssen wir wohl unterscheiden können, ob wir den Künstler verurteilen oder das sabbernde Schwein, dem nur nach Wöhlegefühl und Erfolg ist. Stellt sich der Künstler auf eine Ebene mit den erfolgssüchtigen Organisatoren, dann ist der Kampf um das Reinheitsgebot verloren.
Im Zitat aus "In Griot Time" begegnen wir dem Wort "purgation". Google erklärt mir das unter anderem als "the action of clearing oneself of accusation or suspicion by taking an oath or undergoing an ordeal". Da scheint etwas Unreines in der Seele zu kleben, das man mit einer besonderen Anstrengung zu entfernen sucht. In der Tat: eine jede Kunstbetrachtung, ein jedes aufmerksames Musikhören ist eine besondere Anstrengung, erst Hand in Hand mit der Mühe, in der Zeitgleichheit mit dieser Anstrengung stellt sich der der Kunst innewohnende Genuß ein, das Verstehen, das einem Erschrecken verwandt ist, das Eintauchen in ein tiefes Erlebnis, eines, das wir durch die Anstrengungen des Künstlers erfahren.
In dieser Erfahrung bin ich aufgewachsen. Mir machen / Ich mache über die Kunst eine besondere Erfahrung, wir geben uns einem Eingriff hin, der uns reinigt, der uns die Windschutzscheiben säubert, die Wahrnehmung erweitert und uns dann mit unverständlich kryptischer und metaphysischer Schönheit beschenkt, die eventuell sehr schnell wieder in kaum zugängliche Weiten zu schwinden droht. Dies ist jedesmal ein Gedicht für sich und auch ein Trost im Dasein des "Alles Leben ist Leiden". Was für ein Kaleidoskop! Und das Ergebnis ... wird früher oder später verschwunden sein, vielleicht sogar mit allen Menschen zusammen; hier aber nicht dort.