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Wer aufmerksam die alten Videos mit den Beatles und den Rattles beobachtet, der wird immer wieder die Etikette Echolette auftauchen sehen. Bis zum heutigen Tag muß wohl der Klang der Echolette Verstärker in den Menschen hängengeblieben sein. Es muß eine Sprache, ein Code gewesen sein, der in dieser Zeit in die Menschen geschrieben wurde. Es war ein Code der Befreiung. Und so wie alle Heiligen Schriften umgeschrieben wurden, um den Urcode unkenntlich zu machen, so wurde der Code dieser Musik in den 80er-Jahren umgeschrieben. Dieses Werk wurde in den 90er-Jahren vollendet und der Code damit ausgelöscht. Und jetzt haben wir MTV. Es findet sich immer jemand, der sich für einen Award bedankt. Muß man sich eigentlich für einen Kopfschuß bedanken?
Echolette-Verstärker in Action:
Die Rattles 1966
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Z u g u n s t e n d e s K l a n g e s
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Es waren einmal solche Begriffe wie Lieder. Später wurden aus den Liedern Songs. Daraus wurden Tracks. Aus Musik wurde Sound. Aus Klaviaturen wurden Keyboards. Aus Tasten wurden Druck-Knöpfe. Leider wurden auch aus AIFFs mit der Zeit MP3s, aber das ist eine ganz andere traurige Geschichte. So wurde aus dem Kunsthandwerk der populären Musik allmählich ein geduldetes Unterkapitel der Kunst, aber die Essenz der Popmusik konnte natürlich nicht vom Mainstream auch nur im Ansatz verstanden werden. Was für ein Vorteil, daß die reinkarnierte Ratte aus dem Karni-Mata-Tempel in Deshnok so etwas wie Baader-Meinhof ist, in seiner Gefährlichkeit ebenbürdig, in seiner Intensität alles weniger Intensive verachtend. Was mache ich da? Klang mache ich, Klang als Prashad für die frischen Barden aus der unhörbaren Schwingungswelt, die meine Klänge mit ihrem Einatmen aufnehmen und mit ihrem Ausatmen ihre Professur in meinen Geist schütten. Klang-Dichtungen. Die sind manchmal so dicht, daß sie nicht tropfen, aber meistens haben sie undichte Stellen. Das macht sie so lebendig.

Ich habe eine einzige, grüne akustische Gitarre, die in der Regel vor, während und nach dem Spielen verstimmt ist. Dafür habe ich für jeden Ton eine Modulation.

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D e r g u t e T o n d e r H i p p i e k u n s t
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Sprechen wir über einige Voraussetzungen:
Ich kümmere mich um keine Definitionen, ich habe auch nichts gelernt (außer Schriftsetzer, und wer weiß schon, was das ist). Das ist ein großer Vorteil. Man ist der Akademie nichts schuldig und die Wahrnehmung eines Kunstwerks entpricht der Wahrnehmung des Eingeborenen der Natur gegenüber. Man ist den Medien nichts schuldig und auch der Gesellschaft. Die Medien sind aus der Gesellschaft entstanden und die Gesellschaft entsprang den dummen Vorstellungen von einigen Dummköpfen, die alles daransetzten, die Schwächen eines schlechten Systems zu bemänteln.
Nimmt man die Bemäntelung von einer Sache, dann hat man schon seinen versteckten Code freigelegt. Das ist die Aufgabe des Künstlers und Dichters. Er legt diesen Code frei und sein Publikum steht vor der Aufgabe, diese ungewohnte Sprache zu entschlüsseln. Der Künstler liefert sein Kondensat aus seinen Schlüsselerlebnissen und der Zuschauer/Zuhörer stolpert hinterher.
Klang ist eine wunderbare Mitteilung, wunderbar entschlüsselter Code, Mitteilung aus der Mathematik der Klangbearbeitung.
Da aber jede ernstzunehmende Mitteilung einen Träger braucht, so brauchen wir halt die Träger, die heute zur Verfügung stehen. Das sind diese Kartons, die man Lautsprecher nennt und die eckigen Kisten, die man Bildschirme nennt. Und das sind unsere runden Augen und die Ohrentrichter, die ins Weltall hinaushören. Glücklich der Musiker, der Sphärenmusik schreibt. Glücklich der Musiker, dessen Overdrives wie ein Bach rauschen und Geschichten aus der Welt der Undinen erzählen. Glücklich der Zeichner, der weiß wie die Tusche im Wurzelwerk des Papiers eindringt, verfließt und die Gestalt eines Traums annimmt.
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Mir ist jedes Mittel recht. Ist es ein Stück Stoff. OK. Ist es ein Röhrenverstärker, OK. Alte Software, neue Software, OK. Kupferplatte, InDesign, schneeweiße Baumwolle, Schiseido Lippenstift, Plastiksandalen, OK. Little Dipper, OK.

Have a look around. Es ist alles da, greifbar. Nur: es sollte ja schon Sinn ohne Erklärung machen, was man damit anstellt. Ich sehe keinen Sinn darin, den Mantel zu weben, mit dem man sein Leben und Vergehen zu verschleiern versucht.
Mit der Elektrifizierung des Klanges konnte die Substanz der Musik, wie sie im Orient schon lange prakzitiert wurde, unbeholfen in den westlichen Kulturkreis eindringen. Der zubetonierte westliche Schädel mußte aber erst einmal mit Phon aufgebrochen werden. Eine riesige Industrie entstand. Nein, ich meine hier nicht die Industrie, die hinter den Charts steckt, sondern die vielen Handwerker und ihre Helfer, die die vielen Module erschufen, die nun in den Racks aller Studios auf der Welt stecken. Die Spitzfedern und Breitfedern und Pinsel, die es braucht, dem Karton vor uns mit seinen Membranen und seiner Holzvertäfelung die nackte Tatsache zu entlocken. So kann ein Boddhisatva mit seinem Kompressor seinen Klangschalen die Wucht entlocken, mit der die zehntausendfache Erinnerung an die zehntausendfache Freiheit auferweckt wird. Wie faszinierend ist der Beruf des Barden.
I have just come back from upstairs. You should come up here, the view is breathtaking. And you back there ... yes, you. Stop giggling. You can't come upstairs anyway, you would better go home, you are causing a disturbance.
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"Talking of the end
Talking of the end
Let me hear you say you disagree."
Incredible String Band
Meine Kunst ist Hippie-Kunst. Im Fokus der Sechzier und Siebziger war ihre Geburtsstunde. Sie hat die Attentatsversuche der Achziger und Neunziger überlebt. Das jetztige Jahrzehnt hat keine Bedeutung mehr. Nur unser Bewußtsein kann diesem Jahrzehnt und allem, was ihm folgt, Bedeutung geben.
Die Ideen fallen zusammen. Das klingt so, als würde ein Kuchen einstürzen. Da wir es aber nicht mit einstürzenden Kuchen und kaum mit solchen Neubauten zu tun haben, meine ich eher die Zeichnungen der Energiemuster der Verschiedenartigkeit der Klangbildung, Zeichnung oder Texilaufgaben. Die Dokumentation ist insofern wichtig, weil sie alles über die Realität relativiert.
Über Klang mag ich hier nicht weiter sprechen, das findet sich im Klanglaboratorium. Hier sollte generell von den Arbeitsvorgängen rund um "My Personal Wall" die Rede sein. In einer Wand des Büros hat alles Platz, was ich als Lebensnotwendig empfinde. Alles, was es braucht, um diese Wandbemalung zu speisen, kreist als Technik rund um diese essenzielle Collage.
Die Zeichnung ist leider in letzter Zeit zugunsten des Klangs vernachlässigt worden. Die Zeit und die Muße reicht nicht für alles. Kopf und Herz erschöpfen sich ob der Intensität, mit der ihre Ressourcen für Alltägliches aufgezehrt werden. Aber so wie der Urklang immer wieder auftaucht, fallen mir doch immer wieder Franz Bilkos Bilder in die Hände oder ein Trailer für ein neues Final Fantasy. Es erstaunt mich fast, wie stark alle roten Fäden im Leben präsent bleiben, obwohl man sie oft jahrzehntelang nicht beachtet. Es sind wie wirklich gute Freunde, die man lange nicht sieht, aber von einer Sekunde auf die andere da sein können, und man spricht weiter mit ihnen, dort wo man letztes Mal aufgehört hat. Der Geist findet Frieden in solchen Gesprächen.
Genauso ist auch das Textil in den Hintergrund getreten. Aber noch ist von den letzten Einkäufen in Paris genug noch unverarbeitetes Material vorhanden. Auch dieser Faden wird wiederaufgenommen und wird noch in der Garderobe zum nächsten Konzert und im Kyu-Projekt kunstvoll eingesponnen.
Wir sind geschwächt. Ich spüre, wie sich mir die vielen Möglichkeiten entziehen, weil sie von den Umständen stranguliert werden. Da unser Leben so extrem von Defiziten durchzogen ist, sind wir ständig in diesem Rat-Race aufzuholen, wobei unser Progress durch das allgemein wachsende Defizit proportional behindert wird. Je mehr ich ausdrücken will, desto mehr muß ich persönlich zur Verfügung stellen, damit die Sache klappt. Und desto weniger rundum da ist, und wenn dieses Weniger täglich noch weniger wird, ist die Mühe, seinen reinen Code mitzuteilen, umso größer, wenn nicht sogar verunmöglicht. Ein heiliges Buch läßt sich auf Herbstblätter betten, nicht aber auf eine Kuhhaut.
Production: Das hier ist die Werkstatt, das sind die Handwerker und das Material. Das Kunstwerk ist jenes Erschaffene, das aus dem Gedächnis des Plätscherns eines Brunnes gekünstelt wird, weil man ein neues Plätschern haben will, an einen Brunnen erinnert werden will, und darum diesen Brunnen zeichnet, und im Traum sitzt man auf seinem Rand in wunderbarer Robe während man das Hören des Wassers und Wasser kaum voneinander unterscheiden kann.
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©2008 Wavingtree Gardens
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I n d e x



Die Zeit hat ihre Poesie verloren. Ich gehe nicht mehr mit dieser Zeit. Eine Zeit ohne Poesie ist eine Zeit des Krieges. Wer ohne Poesie lebt, lebt um zu überleben, das ist wirklich zu wenig.
Die Poesie ist ein Lebensnotwendikum, im Sommer und im Winter. Im Sommer in der Freiheit der Natur, im Winter zur Adventszeit. Wenn ich so schwärme, dann ist das ja schon weltfremd, denn in der Natur ist Fressen und Gefressen werden der Alltag. Aber irgendwas muß ja wohl dran sein, daß wir so Naturversessen sind und ohne ihr elendig zugrundegehen. Nur das mit dem Fressen und Gefressenwerden geht mir nicht in den Kopf. Vielleicht mache ich auch nur den Fehler, von der grobstofflichen Materielle und wie es hier zu- und hergeht (und wie man auch aus dieser unzulänglichen Blickweise beginnt, das Universum in die gleiche enge Schublade zu stecken) auf die uns durchdringenden kosmischen Vorgänge zu schließen, ohne zu Berücksichtigen, daß ein Felsbrocken, der durch das All schwebt und für uns wahrnehmbar ist, besonders, wenn er uns auf den Schädel fällt, noch lange nicht das Leben im All definiert.
Vermutlich lebt das Leben im All, ist als Jimmy Page Gitarrensolo zu verstehen, das von Galaxie zu Galaxie wandert und bei jeder Berührung mit einer anderen Zivilisation zu noch tieferer Weisheit gelangt und noch größere Hypersprünge macht.
Oder Hendrix lebt als VooDoo Chile wandernd zwischen kosmischen Gebirgen und spielt und singt nur zum Fest der Gurus einmal in dreißigtausend Jahren für alle Anwesenden "All Along The Watchtower" (ist natürlich immer ausverkauft) und Menschsein – und alle anwesenden Zylonen auch – erzittert in ekstatischer Ehrfurcht, alle modulieren in kosmischem Entzücken, wenn sein Wah und Wah und Wah schließlich donnernd in die Schlucht zwischen den Weltengebirgen kracht und aus dem sprühenden Regen der Töne Saatgut erkeimt, auf die Planeten fällt und daraus Ananas und Orchidee erwachsen.
Und dazu braucht es einen kosmisch ausgerichteten Zeichner, der dies festhält. Bin ich dazu berufen oder kommt einer nach mir? Bis anhin stehe ich da und weise mit dem Finder auf die Undine, die in reiner Leibe aufsteigt aus dem Wasser und der Menschheit ihre Botschaft von Spiel und Aufrichtigkeit bringt. Ja, die habe ich nun erfahren, diese Undine, nach vierzig Jahren ist mir ein Kerzenschein aufgegangen. Und doch ist das nur ein Verweis auf dem Weg, noch keine Zeichnung, noch kein Werk der Literatur, noch keine Sonata für nächtlich erleuchtete Fenster, Amselzwitschern, 12-fach Phaser und Ringmodulator.
Aber wir gehen dorthin, die Tone-Benders hört man im Hinterhof und in den erhaltenen Gedanken von Jack Kerouac und Pete Brown stehen die bitter ersammelten Hinweise auf das große Universum, das dasteht in starkem Gegensatz zum unterdrückten Gefühl.
O wie wohl ist mir beim Spucken.
3. Oktober 2010
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