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Über die Hare-Krishna-Bewegung

Die verkannte Ekstase

Shrila Prabhupada auf Hawaii
Vom erfassen der Höllischen Welten im Paradies.

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Srila Prabhupada mit Jüngern unterwegs am Strand von Hawaii.
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Back to Holistics
Nun. Als ich, weil halt alle Taxis sonst weg waren, mit der Strech-Limo nach Honolulu fuhr, hatte ich zwar die leise Ahnung davon, aber daß es mir am Strand von Waikiki unendlich langweilig sein würde, stellte sich erst beim Betreten dieses weltberühmten Vergnügungs-Sandkastens heraus. Und die Boutiquen voller Designer-Ramsch weckten in mir auch nicht allzuviel Interesse. Was sonst noch tun auf Hawaii? Srila Prbhupada, der die Krishna-Bewegung in den Westen gebracht hatte, entschloß sich dazu, jenen Teil des Srimad Bhagavatam zu übersetzen, der die höllischen Welten beschreibt. Vielleicht war das ein geeigneter Gegenpol zu der sonst traumhaft schönen Landschaft, von der man sich allzuleicht materiell blenden lassen könnte oder aber einfach das Sich-Einfädeln in die heftige Schwingung der Vulkanwelt Hawaii, denn die Big Island ist ja bekanntlich Sitz und Wohnung der Feuer-Deity Pele.
Jedenfalls schien Prabhupada einige Zeit auf Hawaii verbracht zu haben und hat demach auch dort seine Spuren hinterlassen; denen ich nachgegangen war.
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Noch immer steht im Garten des Ashrams der Hare Krishnas auf Hawaii ...
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... der gleiche große Banyanbaum, unter dem sich Swami Shrila Prabhupada einst mit seinen Schülern getroffen hatte.
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Tulsi Devi is a Sacred Plant" steht ganz deutlich auf dem Schild vor den heiligen Sträuchern am Ashram.
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Unter einem Bodhibaum auf Honolulu traf ich Swami Turya Prabhu, der den Begründer der Krishna-Bewegung, Swami Prabhupada persönlich gekannt hatte und auch während seines Mahasamadhis, des Übergangs von der diesseitigen zur nächsten Welt zugegen war.
Ein Gespräch mit Turya Parbhu
Krankheit und Tod Prabhupadas
Meine letzte Begegnung mit Shrila Prabhupad war in Vrindavan. Er war krank. Er hatte es immer schon in Betracht gezogen, wenn es Zeit war, diese Welt zu verlassen, das in seiner - wie er es nannte - Heimat Vrindavan zu tun, da dieser Ort Krishnas eigenes spirituelles Zuhause ist. Viele Vaishnavas suchen in Vrindavan am Ende ihres Lebens Zuflucht. Sie suchen das irdische Vrindavan auf, um ins ewige Vrindavan überzutreten. Shrila Prabhupad verbrachte dort seinen Lebensabend und zu der Zeit war ich dort der Headpujari, der vorstehende Priester im Krishna-Balaram-Tempel. Ich war für den Ablauf der Anbetung im Tempel und für die Pujas verantwortlich. Prabhupada würde jeden morgen kommen, um Darschan zu nehmen, sogar dann, als er gar nicht mehr stehen konnte. Er wurde in einer Sänfte zum Tempel getragen. Er saß dann unter einem wunderschönen Tamalbaum, ein Baum, der die Hautfarbe Krishnas in seiner schwärzlichen Farbe reflektiert. Das war im Tempelhof: Prabhupad würde in seinem Schaukelstuhl hin- und herwippen, er verfolgte den Kirtan, er betrachtete die Deities im Tempel und er war so zufrieden mit allem.
Einmal ließ er einige Schüler in seinen Garten kommen, um sich vorlesen zu lassen. Ich hatte das Glück, damals dabeizusein und Prabhupad hörte dabei das erste Kapitel des ersten Kanto des Shrimad Bhagavatam, das er vor vielen Jahren in Indien kommentiert und bearbeitet hatte. Nachdem er sich's angehört hatte, fragte er uns, ob wir hören wollten, was er geschrieben hatte. Er hatte so viel Freude daran, es selbst zu hören und über die Texte zu reflektieren und darüber, wie er die ersten drei Bände des Shrimad Bhagavatam zu der Zeit vorbereitet hatte, bevor er überhaupt in den Westen gegangen war. Er erinnerte sich daran, wie er Nachforschungen betrieben hatte, zum Beispiel über die Stelle, an der verschiedene weise Männer beschrieben wurden. Er hatte nachgeforscht, wer diese einzelnen Heiligen gewesen waren. So hatte er viel Zeit in der Bibliothek von Vrindavan verbracht. Also fragte er uns: Ist das gut so, wie ich das für Euch zusammengestellt habe? Man spürte förmlich, wie glücklich er darüber war, sich daran zu erinnern, wie er die Vorbereitungen getroffen hatte, in den Westen zu kommen. Jetzt war es aber an der Zeit, daß die Dinge zu Ende gingen, und er wußte das. Er war glücklich darüber, daß wir seine Bücher schätzten und auch die Anstrengungen, die er auf sich genommen hatte, Krishna-Bewußtsein zu predigen.
Einmal kam er von einer Reise zurück und teilte den Devotees mit, daß er alles gesagt hatte, was zu sagen war. Alle seine Bücher waren nun vollständig. Und er sagte, so wie das erste Mal, als ich ihn traf, jetzt sei es an der Zeit, daß seine jungen Nachfolger die Aufgabe übernehmen sollten, Krishna-Bewußtsein zu predigen.
Ich erinnere mich: Es war in Prabhupads persönlichem Zimmer. Ich hatte Gelegenheit, die letzte Guruverehrung, die Gurupuja, zu machen, als er noch materiell bei uns war: Ich durfte noch Weihrauch und Licht opfern.
Shrila Prabhupad war eine erstaunliche Persönlichkeit, denn wenn auch nur ein Funke von Gesundheit oder Wohlsein in ihm war, dann bat er darum, wieder in den Westen zu gehen. Er sagte: Ich möchte sicher sein, daß sie meine Botschaft verstanden haben. Ich erinnere mich an eine Nacht - er war krank gewesen - und trotz seiner Krankheit hatte er schon wieder Reisevorbereitungen getroffen, nach England zu gehen. Es war spät in der Nacht, etwa drei Uhr morgens, als er in seine Limousine stieg und davonfuhr. Es waren nicht sehr viele Devotees da, und ich sah die Rücklichter der Limousine im Dunkeln verschwinden, als er nach Delhi zum Flughafen fuhr. Ich dachte mir: Was für eine erstaunliche Persönlichkeit, er hat den ganzen letzten Teil seines Lebens geopfert, um die Botschaft Gottes zu verbreiten, Krishnabewußtsein zu predigen. Es erinnerte mich wieder an unsere erste Begegnung, als er mir mit Tränen in den Augen eine Blumengirlande übergab. Er tat nie etwas anderes als uns, die Seelen dieser Welt, die Möglichkeit zu geben, mit unserer Göttlichen Natur Kontakt aufzunehmen.
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Kurz danach kam Prabhupad zurück und er war sehr, sehr krank. Er verließ diese Welt umgeben von seinen Schülern während sie das Hare Krishna Mahamantra rezitierten. Er lag auf dem Bett, mit geöffneten Augen, sah uns alle an und sagte ganz einfach: Hare Krishna. Er schloß die Augen und ging von dieser Welt. Aber sein Hinscheiden war nicht gewöhnlich, es war außerordentlich ungewöhnlich. Alle, die anwesend waren, hatten den Eindruck, als würde sich die Decke öffnen und das ganze Himmelsgewölbe schien dort zu sein ohne räumliche Einschränkungen, der Klang des Chantens wurde plötzlich überirdisch, göttlich, so als hätten sich alle himmlischen Wesen, die Devas, unserem Chanten angeschlossen, zum Ereignis des Hinscheidens dieser großen Seele. Und als einer meiner Gottesbrüder sah, daß der Swami von uns gegangen war, sagte er: "Bitte geht alle. Prabhupad muß nun für den ewigen Samadhi vorbereitet werden." In dieser Stimmung, da mir bewußt wurde, daß das das letzte Mal sei, daß ich Prabhupad sehen würde, zögerte ich zu gehen, wie am ersten Tag, als ich ihm begegnete. So wurde mir eine besonders wertvolle Aufgabe zugesprochen, ich durfte seine Kirta wechseln, um ihn für die ewige Rast vorzubereiten. So wurde an jenem Abend Prabhupad herausgebracht und die Devotees chanteten den Heilen Namen Gottes. So saß er auf dem Stuhl im Tempelraum, wir warteten bis Tagesanbruch. An seinem Körper fanden Farbveränderungen statt und seine Haare an den Händen stellten sich auf. Wir mußten einsehen, daß er nicht wie ein gewöhnlicher Sterblicher diese Welt verlassen hatte, sodern wie ein großer Heiliger. Er war in die andere Welt eingegangen wie er war: As he was. Er war in einen Zustand von Samadhi übergegangen, in voller Trance, war von Gott wie aufgesaugt worden, und das während einer ausgesprochen heilsverkündenden Planetenkonstellation, und er zeigte ekstatische Symptome der Liebe für Krishna während er darauf wartete, seine ewige Raststätte zu betreten. An jenem Morgen trugen die Devotees Prabhupad von Tempel zu Tempel und verkündeten, daß Shrila Prabhupad von dieser Welt gegangen war. Alle Bewohner von Vrindavan kamen und vollzogen Opferungen. Nach all den Tempelbesuchen wurde der Körper Shrila Prabhupads im Krishna-Balaram Tempel zur Ruhe gebettet. Die Devotees hatten Gelegenheit, noch Sand auf ihn zu streuen. Und heute noch, wer auch immer dorthin geht, kann die Präsenz Shrila Prabhupads noch spüren, weil eine Heilige Person in beiden Welten residiert, auf immer und ewig, also ist die führende Kraft Shrila Prabhupads immer hier, obwohl es den Anschein hat, daß er diese Welt verlassen hat. Er ist hier, um uns seine Inspiration zu geben und er ist in den Herzen der Devotees, die seine Mission weiterführen.
So, das sind nur ein paar Eindrücke von der Zeit, die ich mit Shrila Prabhupad verbracht habe.
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Hare Krishna I n d e x






An der Coelho Way 51, am Stadtrand von Honolulu liegt der kleine malerische Hare Krishna Ashram. Auch dort treffen wir einen Tempelraum an mit den mit feinsten indischen Gewändern geschmückten Deities. Und ebenso, fast wie ein Anhängsel eines jeden Krishna-Asrams ein "Govinda", das übliche vegetarische Restaurant mit Shop.
Betrachtet man so die Filme, die es von Srila Swami Prabhupada (Begründer der Krishna-Bewegung) gibt, so fallen einem meist zwei Dinge auf: einerseits spricht er die Dinge mit ungeschminkter Direktheit aus (so wie er in einem Interview Richard Nixon als Betrüger bezeichnet hat, wobei das gleich für alle Politiker gedacht war), andererseits verfügte er über eine Menge Schalk, was mir auch in Hawaii auffiel, als ich seine lebensgroße Statue betrachtete, die sie im Ashram hatten. Ich hatte den Eindruck, er würde sich kaum mehr vor Lachen zurückhalten können beim Betrachten von meinem verwirrten Gesichtsausdruck, als ich so relativ orientierungslos am anderen Ende der Welt vor seiner Staue saß. Gleichzeitig herrschte im Tempelraum eine ganz eigenartige Schwingung, die ich mir nicht so recht erklären konnte. Jedenfalls ging ich nachher zur Bushaltestelle zurück zum Zentrum in Honolulu und war natürlich, da es allmählich Abend wurde, von Mücken umgeben. Aber keine schien sich für mein Blut zu interessieren, was sonst eher das Gegenteil war. Prabhubads Anti-Mücken Schalk-Vibration? Ich lasse die Antwort offen.

Der Prabhupada auf Hawaii.


Prabhupadas Hauptwerk und das meistgelesene Buch der Krishna-Devotees: die von ihm ubersetzte und kommentierte Ausgabe der Bhagavad-Gita.
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