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Leben mit einer Deity: Prashad, Abishek, Kleidung Prashad, Abishek: Zwei Begriffe, zwei Unbekannte. Das Abendland lebt in einer entmythologisierten Lebensanschauung. Eigentlich ist unser Umfeld von einer Lebensweise geprägt, die so primitiv ist, daß jeder Voodoo-Gläbige (Die wir gleich als erstes als Primitivlinge aus dem Busch abstempeln werden: Na, haben wir's nicht schon getan, schon beim Lesen des Wortes "Voodoo"?) ein tieferes Verstehen seines Essens sein Eigen nennt als wir "zivilisierten" Abendländer. Denn der Anhänger des Voodoo weiß, daß sein Essen mit der Geisterwelt zusammenhängt. Daß das Verspeisen der nun leeren Hüllen von Getöteten eine Reaktion auf sein Leben hat, weil sich der Esser auf die eine oder andere Art diese Hülle besorgt hat. Sei es von einem Jäger, sei es von einem Metzger, von einem Gemüsegärtner, von einem Händler, von einem Koch. Und alle diese Personen haben mit dem Wesen, das einmal diese Hülle bewohnt hat, eine karmische Verbundenheit eingegangen. Die Buddhisten wissen, daß der Fortbestand eines Wesens durch seine Nahrungsaufnahme immer den Tod eines andern Wesens voraussetzt. Meiner Ansicht nach ein dämliches Prinzip, das aber bis zum heutigen Tage unseren Fortbestand prägt. Wer hat's erfunden? Dennoch scheint das, und wer auch nur ein wenig logisch denken kann, wird wohl zustimmen müssen, ein Fact zu sein. "What can be done?" fragte Mutabaruka während einer seiner Radiosendungen den jamaikanischen Vertreter von Amnesty International zum Thema Menschenrechtsvergehen auf Jamaika. Yes indeed! "What can be done?" fragt der Ur-Rasta Mutabaruka, der streng vegetarisch lebt, nur I-Tal Food zu sich nimmt und nicht einmal Schuhe aus Leder trägt. Die Rastas sind uns in dieser Hinsicht weit voraus. Ob wir es wissen oder nicht, unser Essen ist karmisch so belastet, daß jedes Essen oft mit tiefer Sünde verbunden ist. Und ich meine schon deshalb Sünde, weil selbst unsere Schokolade mit den Händen von Kindersklaven überreicht wird, die irgendwo im afrikanischen Busch für unsere Süßigkeiten von früh bis spät gratis schuften müssen. Offenes Geheimnis. |
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Essen kann gereinigt werden. Zumindest kann man daß Ausmaß des Leidens, das durch unsere Nahrungsaufnahme generiert wird, verringern, das wäre zunächst einmal der erste Schritt. Was will heißen, daß man irgendwann beginnt, bewußt zu essen, so zB. keine Hunde mehr ißt (damit spreche ich die indonesischen Feinsschmecker unter uns an), keine Batteriehühner, keinen Thunfisch (Schlachten kann man das ja kaum mehr nennen) etc. Der nächste Schritt wäre Vegearistmus, denn damit wird ja ein Mechanismus an Angebot und Nachfrage noch intensiver unterbrochen. Und ...? Dennoch bleibt jede Nahrung karmisch belastet. Sie bedarf eigentlich einer mystischen Reinigung. Das Tischgebet ist aus der Mode gekommen. Es scheint ein Ryhthmus zu sein, wie es in der Politik üblich ist, zuerst nach rechts, dann nach links zu schwenken, und dann lauft die Hammelherde wieder nach rechts, und zwischendurch werden alle Überflüssigen mit einem Krieg beseitigt. Gewinner sind immer die Drahtzieher. Bis sie von ihrem persönlichen Attentäter besucht werden. Sicher ein naher Verwandter von Ferdinand Raimunds Aschenmann. Und weil man sich inzwischen von der Religion emanzipiert wähnt, setzt man sich zu Tisch und frißt gedankenlos in sich hinein, was dort steht, von Fast Food bis Lifestyle-Nahrung. Sofern man noch Zeit findet, das bei Tisch zu machen. Ohne einen Gedanken an die Tätigkeit des Essens zu verschwenden. Oder man lauft wieder seiner alten Religionspolitik nach, verdreht seinen christlichen Blick nach oben und dankt dem Herrn für Speis und Trank und bittet Jesus um seinen Segen für die Kalbsbratwurst. Das ist die Heuchelchrist-Methode. Davon will ich hier nicht schreiben, diese dummen Spielereien überlasse ich den kirchlichen Manipulationsanstalten und mannigfaltigen Sekten, die schon wissen, wie sie ihre Schäfchen melken müssen. |
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Ich behaupte jetzt, es gibt sogar Menschenopfer, die durchwegs berechtigt sind. Und damit habe ich die leider damit verbundene Schockwirkung ausgelöst und alle Sicherungskästen fliegen funkensprühend von der Wand. Schon deshalb, weil die ungebildete Masse, die sich das nicht vorstellen kann, beim Lesen solcher Zeilen in eine Kinovorstellung gerät, wie sie in den Massenmedien bewußt verbreitet wird, und gar nichts Anderes kennt: natürlich nicht eine nicht-materielle Realitiät. Und die ist so vielschichtig, daß Herr und Frau Meier beim ersten Anblick des realen Realen leider auch gleich den Zusammenbruch ihres eigenen Lebens mitansehen müssen, weil dieses Leben auf Vorstellungen wie Sandhaufen beruht hat. Und die dicken Füße der bösen Schwestern passen natürlich nicht in Prinzessinnenpantoffeln. |
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Leben mit einer Deity Mit einer Deity zu leben heißt mit jemand zu leben, der nur über sein Symbol überhaupt wahrnehmbar ist und dennoch wie eine Überseele seinen Platz auf dem Hausaltar hat und das Leben jener beobachtet, die in seinem Tempel erscheinen. Natürlich kann man seiner Deity einen eigenen Tempelraum einrichten oder auch nur einen Hausaltar aufstellen. In den brasilianischen Wohnungen der einfachen Menschen hat es einen Hausaltar, auch in Hotels oder Bars, meist an einer erhöhten Stelle, vielleicht sogar hinter der Theke. In den Thai-Bordellen hat es einen Hausaltar, oft gleich am Eingang. Nur im modernen Abendland hat es meist nichts mehr. Hie und da ein stilisierter Buddha-Kopf für's gestylte Wohnzimmer: wie mickrig. Nicht einmal mehr ein Kruzifix. Wobei: Wer hat schon lust Gottes Sohn zu sehen, gefoltert und gequält? Dann lieber einen gemütlichen Ganesch oder eine tobende Kali. Oder einen flötespielenden Krishna? Die bekanntesten Detites sind sicher jene, die man in einem Tempel sieht. Wobei ich voll dafür bin, keine Touristen in einen Tempel zu lassen. Die können auch in einen Zoo gehen oder sich irgendwo auf's Dach setzen und dort die Affen anschauen, und die Affen begaffen die Touristen. Dann geht die Rechnung wieder auf. Aber wer nach Amsterdam fährt, um die Huren in den Schaufenstern zu begaffen, der soll auch lieber in einen Zoo gehen, die Arbeit der "Liebesdienerinnen" ist schon schlimm genug, warum soll man sie auch noch den Gaffern hinsetzen? Und eine Deity ist nicht dazu da, begafft zu werden. Sie lebt im Tempel dafür, daß wir ihren Darshan empfangen. Wir besuchen Sie, weil sie uns die Möglichkeit gibt, sie zu besuchen. Und damit kommen wir in einen Dialog mit ihr. Wir reflektieren über den Ablick der Deity unser immanentes Leben mit der Form des transzendentalen Lebens, und je tiefer diese Reflexion erfolgt, desto tiefer geraten wir gleichzeitig in eine Selbstreflexion. Einerseits kommen wir in den Sog einer Wechselwirkung zwischen unserem Bewußtsein und unserem Unbewußten bzw. dem, was wir nicht wahrnehmen und andereseits reflektieren wir unsere kleine Seele mit der Überseele. Und in erster Linie: wir reflektieren mit dem, was wir sind, oder glauben zu sein, mit der Persönlichkeit der Deity, die multidimensional und auch multipersönlich sein kann.
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Und damit habe ich einige Lebensbereiche angesprochen, die im Rahmen unserer "Erziehung" (die vielmehr mit Sado-Maso zu tun hat als mit dem Beistand des Aufwachsens) nicht nur vernachlässigt, sondern in den meisten Fällen als nicht-existent abgelehnt oder belächelt werden oder sogar aus der uns umgebenden Matrix heraus aktiv bekämpft werden, erst recht von jenen, die uns als Lehrer oder sogenannte spirituelle Führer präsentiert werden. Vergessen wir den Staat und die öffentlichen Medien. Wenn wir schon keinen wirklichen Freundeskreis oder keine vernünftige Gesellschaftsstruktur haben, finden wir ihn im Schwingungsumfeld einer Deity. Deity-Pflege ist Medizin, Fitneß-Center Besuch, Kontaktaufnahme mit den geheimen Bereichen unseres Lebens. Und vor allem: Wiederherstellung und Vervollständigung unserer zersplitterten Persönlichkeit über den Dialog mit einem multidimensionalen Wesen. |
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Prashad Es ist für mich Tatsache, von Geistern und "Göttern" umgeben zu sein. Sie durchdringen uns sogar, denn sie sind von den materiellen Gesetzen unabhängig. Was ist für einen Geist schon eine Wand? Aber auch Geister suchen Ruhe und suchen demnach eine Wohnung. Was bietet sich besseres an als ein gemütliches Loch im Astralkörper, das man mit seinem intensiven Tabakkonsum hineingerissen hat? Mehr Rauchen, mehr Löcher, mehr Appartments für Ghosts. Wer ist schon allein?
Es gibt Bildgestalten, die müssen gepflegt werden, sie brauchen die Aufmerksamkeit der Menschen, mit denen sie leben. Weil sie in die Bildgestalt installiert wurden, wohnen diese höherdimensionalen Wesen in der Bildgestalt und damit auch meist in dem Tempel, in dem sie als Deity ihren Platz haben. Diese Bildgestalten werden geweckt, gewaschen, sie erhalten Kleidung und Speise und halten auch Ruhepausen. Sie sind aber auch während all dieser Handlungen ständig anwesend. Werden sie von den Menschen in ihrem Tempel besucht, so empfängt man ihren Darshan. Der Darshan ist die Begegnung des Menschen mit der Deity: Face to Face. Im Hindutempel erhält man meist zum Zeichen des Darshans einen roten Cum-Cum Punkt auf die Stirn. |
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Zur Verehrung einer Deity kann man ihr Ton anbieten (Mantras, Gesänge, Musik). Man kann ihr Duft anbieten (Räucherung), aber auch Schmuck (Kleidung, Blumen) oder sogar Essen. In den Hindutempeln ist es üblich, den Deities Essen zu servieren. Dieses Essen geht nicht verloren (wie auch im Voodoo). Im Rahmen eines bestimmten Rituals, währed Mantren rezitiert werden, meist auch eine Glocke geläutet (um die Deity anzurufen), wird das Essen vor der Deity plaziert. Diese nimmt das Essen durch den Geruch auf, deshalb wird auch der Geruch des Essens zur Deity hingefächert. Nach diesem Ritual hat die Gottheit gegessen und die sogenannten Speisereste werden wieder vom Altar genommen (eigentlich das gesamte Essen, da, materiell gesehen, nichts entfernt wurde). Dieses Essen aber ist nun durch die spirituelle Berührung mit der Deity geheiligt und wird als Mahaprashad bezeichnet. Mahasprashad oder kurz Maha genannt, kann nun einer größeren Menge "normalen" Essens beigemischt werden, so zB. eine kleine Portion Reis, die man am Altar geopfert hat, einem größeren Topf Reis. Dadurch erhält man Prashad, geheiligte Speise. Dieses Essen ist nun durch die Beimengung des Mahas gereinigt und bei sorgsamen Vorgehen sogar Karma-frei. Selbstverständlich läßt sich das nicht bei allen Deities mit allen Speisen machen. Vedische Devas erhalten keine scharfen Speisen, auch keine Zwiebel und keinen Knoblauch und keine Pilze. Schon gar nicht Fleisch oder Fisch. Ausnahmen bilden vielleicht Devas wie Kali, die Bluttrinkende, aber das sind Geschichten für sich. Ganz wichtig und was unbedingt in einem solchen Fall zu beachen ist: Bevor man die Speisen den Deities reicht, darf sie vom Kauf bis zur Zubereitung auf keinerlei Art und Weise schon "vorkonsumiert" werden, also kein Kosten und Riechen, auch nicht während der Zubereitung. Das wäre so, wie jemand ein Stück Torte anzubieten, von der man gleich einmal ein Stück abgebissen hat. In den großen Tempeln in Indien, in denen oft für Tausende von Menschen gekocht wird, kennen die Köche die richtigen Mengen Gewürz in- und auswendig, sodaß alle Speisen ohne jedes Vorkosten zubereitet werden und damit auch am Altar geopfert werden können. Selbst die Winkel, in die das Gemüse geschnitten wird, werden beachtet, da diese auf den Geschmack ihren Einfluß haben. |
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Es mag zwar etwas ungewöhnlich erscheinen, Gottes Badewasser zu trinken, dennoch ist es vielerorts üblich, das, was nach dem Waschen der Bildgestalten an Badewasser übrigbleibt, zu sich zu nehmen. Und gar nicht so übel, der Shake. Auch das ist ein Ritual: die Bildgestalt wird gewaschen. Unter Gesängen und Musik. Auch hier wird eine ganz bestimmte Reihenfolge der Ritual-Etappen eingehalten. Und auch hier sollen die Ingredienzen stimmen: Zwar wird auch Wasser gebraucht, aber sicher keine Seife. Stattdessen ist es Milch, Joghurt, Zucker, Honig, Früchte, Fruchtsaft. Das ergibt oft eine ergiebige Mischung an Mahaprashad, die dann wie die Handlung selbst Abishek genannt wird. Ganz besonders der Shivalinga erfreut sich regelmäßig solcher Bäder. Selbstverständlich wird auch hier das Badewasser an die Devotees nachher verteilt. Eine ähniche Form der Verehrung ist das übergießen eines Shivalingas mit den süßen Substanzen während einer Feuerzeremonie. In diesem Fall fließt aber das Abishek direkt ins Feuer vor dem Shivalinga, so wie auch das im Rahmen der Feuerzeremonie geopferte Getreide, das priseweise von einer Schüssel mit einer bestimmmten Fingerstellung (Mudra) geopfert wird, direkt ins Feuer geworfen wird. Insofern wird hier über das Medium Feuer die niedere Substanz der festen Nahrung in eine höhere, ätherische Substanz transformiert. Übrig bleibt materielle Schlacke, die durch das Ritual "aufgeschwungen" ist: Heilige Asche. Abishek, eine Bilderserie To Top of Page |
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![]() Ganeshpflege, Vrindavan. |
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