Deities in Flüssen und Wassertanks
Wasser ist nicht nur Wasser
 
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Trotz seiner physischen Vermutzung ist Gangeswasser gefragt. Vielerorts wird es mitgenommen, um dann im Westen auf Altären Gebrauch zu finden oder um seine Mit-Devotees mit dem Kleid der Göttin Ganga zu besprengen.
 
Flüsse, Quellen, Bäche gelten als Quelle des Lebens. Die Fernsehwissenschaft teilt uns immer wieder mit, daß das Wasser notwendig sei, damit die Pflanzen wachsen können, damit die vielen Viecher saufen können und die Menschen brauchen es ja auch, das Wasser. Nun, zunächst nichts einzuwenden. Aber nehmen wir einmal den Menschen den Geist weg, die Seele oder das Bewußtsein oder wie wir's nennen wollen. Übrig bleibt eine Leiche. Etwas, was gleich einmal umkippt und die Pantoffel nach oben streckt. Wer nicht allzu schwer von Begriff ist, wird schnell einmal merken, daß es mehr braucht, als ein wenig Chemie, um am Leben zu bleiben: das gilt für Menschen, Tiere, Pflanzen, Mineralien. Für Wasser. Hier ist das Wasser nur ein Beispiel. Jeder Baum ist ein eigener Geist. Und im Baum oder im Baum oder in seinen Wurzeln leben Geister, wie ein jeder Mensch von seinen Ghosts begleitet wird.
 
Hier ist nun die Rede von den höherdimensionalen Geistern, die in Flüssen, in Bächen und in Seen und Tanks leben. Die alte Mär von den heiligen Flüssen und Seen, von denen in den Cowboy und Indianer-Geschichten die Rede ist, ist gar nicht so sehr Großmutters Erfindung. In den Schriften der Veden (Bhagavad-Gita, Mahabarata, Shiva-Purana etc.) ist schon lange die Rede von den Geschehnissen in und um das Wasser. Wasser, das nicht nur irdisch fließt, sondern von Dimensionen jenseits unserer Wahrnehmung auf die Welt fließt, eine Zeitlang im irdischen Wasser gebunden bleibt und dann wieder zurückkehrt in ein anderes Universum.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Grundlagen der Holistics
Index
 
  Gedanken und Grundlagen

Einige (wichtige) Begriffe und Sichtweisen aus dem Bereich des holistischen Denkens.

  Deities

Von den Bildgestalten und weiteren andersdimensionalen Wesen.

  Der Shiva Linga

Von Shivas "abstrakter" Form.

  Leben mit einer Deity: Prashad, Abishek, Kleidung

Die Pflege, das Essen und das Badewasser der Deities.

  Deities in Flüssen und Wassertanks

Vom Wasser, das die Manifestation andersdimensionaler Wesen ist.
 
Illustratives zu diesen Themen als Filmdateien (QuickTime, MP4)

  Shalagram Shila

Kommentar von Sachinandana Swami, ISKCON, Nepal, 1999

  Durgakunda

Der Tempel und der Kunda der Durga-Devi in Varanasi

  Radhakunda und Shyamakunda in Vrindavan

Die beiden Kundas von Radha und Krishna in Vrindavan

 
 
 
 
Selbst "einfaches" Wasser muß nicht "einfaches" Wasser bleiben. Man kann den Charakter von Wasser verändern, so zum Beispiel durch Energetisieren. Die sogenannte Lebendigkeit des Wassers läßt sich durch spurenelementare Tests nachweisen, bzw. messen, so wie es die Anthroposophen festgestellt haben. Was ebenfalls weniger bekannt ist, ist daß man Wasser mit einem großen Geist versehen kann: mit dem geeigneten Mantra läßt sich aus jedem herkömmlichen Wasser Gangeswasser erwirken. Wasser ist nicht nur Wasser, Wasser ist wie ein Notenblatt, das sich mit den mannigfaltigsten Melodien beschreiben läßt.
 






 

 
Heilige FlŸsse
Die Deities leben auch in Flüssen: Saraswati, Jalanga und – natürlich, wir kennen sie sogar alle – die Ganga. Sie heißt nicht Ganges, auch das haben die Briten erfunden, sie heißt Ganga und ist eine weibliche Gottheit. Sie wurde vor Urzeiten gerufen, um der Erde beizustehen, aber die Gewalt ihres Auftretens auf Erden hätte den Erdball zerrissen, so schlug Shiva vor, die Wucht ihres Aufpralls in seinen weichen Dreadlocks aufzufangen, bevor sie die Erde berührt und so ihren Segen und ihre Energie gibt. Insofern wird Shiva oft mit einer Fontäne dargestellt, die ihm aus dem Kopf schießt: das ist die bildhafte Darstellung des Aufpralls der Ganga, wie sie sich als Fluß manifestiert und die Erde segnet. Und das hat nichts mit der Trägersubstanz zu tun, die vielerorts ein unglaublich dreckiges Gewässer ist. Und doch vermag dieses Gewässer die vielen Leichen jener Verstorbenen aufzunehmen, die nach Varanasi gekommen waren, um in der Stadt Shivas zu sterben und so in seinen Himmel einzugehen. 24 Stunden am Tag werden sie dort verbrannt. Und alle landen in der Ganga. Als Asche oder als nur teilweise verbrannter Leichnam oder als unverbrannter Leichnam. Abends kann man die kleinen Boote beobachten, wie sie mit einen weiß eingewickelten Leichnam in den Nebel hinausfahren und leer wiederkommen, nur die Begleiter kommen zurück, der Weißgekleidete wurde in die Ganga geworfen.
 



Radhakunda und Shyamakunda, Vrindavan.
 
Der Kunda
(ausgesprochen: Kund)
Ein Kunda ist so etwas wie ein großer Wassertank oder aber ein oft künstlich angelegter Teich, manchmal ein kleiner See, der schon Hunderte oder sogar Tausende von Jahren alt ist. So, wie sich Shiva im Lingam manifestiert, so manifestiert sich eine Deity im Wasser, im Teich eines solchen Kundas.
 
Einer der bekanntesten und heftigsten Tanks sind die aneinanderliegenden Kundas Radhakunda und Shyamakunda in Vrindavan. Neben den vielen Kundas, denen man begegnet, wenn man den Govardhan-Hügel umrundet (und als weltliche Belohnung Govardhan Sweets bekommt, was schon eine Ekstase für sich ist), haben wir es hier mit einem Kunda zu tun, der praktisch alle Deities in sich vereint. Vor allem manifestieren sich im Radha Kunda Radha, die Geliebte Krishnas und im Shyamakunda Krishna selbst. Zwei aneinanderliegende Wassertanks unbestimmter Tiefe: Ausgangspunkt und Endpunkt des Govardhan-Parikrans. Und Zentrum des Universums. Die unbekannt tiefen Gewässer bewohnt von großen Schildkröten, die beseelte überirdische Wesen sind, die in Radha und Krishna wohnen. Es gibt anscheinend unausmeßbare Kundas, in denen Jogis abgetaucht sind und über diese Schnittstelle in andere Welten geraten und nie wiedergekommen sind.
 
 

 



Viele gläubige Hindus gebrauchen eine Gebetskette zum Rezitieren der Mantras. In der Regel ist es eine einfache Kette aus 108 Perlen aus dem Holz der heiligen Tulassi-Pflanze. Überquert man einen heiligen Fluß auf einer Fähre, wie hier an der Mündung der Chalangi (dunkles Wasser) in die Ganga (helles Wasser), empfiehlt es sich die Mala (Gebetskette) während der Fahrt ins Wasser zu halten, so wird sie mit der Schwingung der Fluß-Deity aufgeladen.



Wir übernachteten dort in einem Ashram, der direkt am Shyamakunda angrenzte. Wir schliefen auf tischartigen Betten und mußten sorgsam darauf achten, die Türen immer geschlossen zu halten, denn die Wiese vor der Tür, die dann steil in den Kunda abfiel, war voller Schlangen. Dazu gesellten sich die vielen ochsenstarken Affen, die Brillen klauten und wenn man mit einer Riksha durch die engen Gassen fuhr, über die Gassen von einem Haus auf das andere sprangen, über unseren Köpfen, und das in Sharen, in der Größe von Shulkindern. Da bleib keine Pizza sicher. Und dann gab es noch die indische Jazzband, die plötzlich auftauchte. Und Hunde und Schweine, die sich um die Gebiete stritten und ein gelähmter Hund, der sich nur mehr mit den Vorderbeinen fortbewegen konnte, der sich im Kreis drehte, wenn er Kekse bekam. All das gibt es im Zentrum des Universums.
 





 
Die Yamuna
Blicken wir mit einem ungeübten Auge auf eine uns unbekannte Schrift, sehen wir auf einer Oberfläche Striche, Kratzer, Flächen, Formen. Wir können aber keinen Sinn dahinter erkennen. Die Symbole erzählen uns nichts, wir können weder eine Aussage erkennen, noch können wir einen Sinn in den Zeichen sehen.
 
Vielleicht stehen wir zu irgendeiner Gelegenheit vor einem verdreckten Fluß und sehen nicht mehr als eine verschmutzte Brühe vor uns. Die Brühe sieht zwar wie die Wiederspiegelung einer Galaxie aus, sagt uns aber nicht viel mehr. Und weil wir nicht anders können, bleiben wir beim Anblick der trüben Soße vor unseren Augen hängen und denken vielleicht noch ganz kurz an die vielen giftigen Mikroorganismen, die in uns Durchfall und Schlimmeres verursachen können, bevor wir uns angeekelt abwenden. Und in das Wasser fällt das Licht der Sonne weiterhin und erzeugt solange Spiegelungen, bis es sich im Dunkel verliert. Diese Spiegelungen kommunizieren miteinander in ihrer eigenen Symbolsprache und stellen ein Bindeglied her zwischen der materiellen Membran, die als Trägersubstanz einer multidimensionalen Persönlichkeit dient, und der Persönlichkeit selbst, die in den Vektoren dieses uns als nur ein weiterer verdreckter Fluß sich zeigenden Substanz Platz genommen hat. Irgendwann muß uns aber als Betrachter in den Sinn kommen, daß wir dieses Wasser als Sitz einer Persönlichkeit auffassen müssen, einer Stofflichkeit, die eine eigentlich von diesem Stoff selbst an und für sich unabhängige Geistigkeit trägt, einer Geistigkeit, deren Zugang für uns meist nur mental stattfinden kann. Denn selbst die Symbolsprache der sich an der Oberfläche räkelnden Spiegelungen ist uns so fremd wie eine unbekannte Schrift oder ein unverständliches Gemälde.
 
Hier fließt die Yamuna, äußerlich, wie die Ganga, ein Bakterienhaufen und in sich aber eine Göttin, deren Schicksal verwoben ist mit dem Schicksal Vrindavans, mit der Lebensgeschichte Krishnas und mit dem Geschick des Universums. Hinter den Spiegelungen und verborgen in den Tiefen, wo kein Licht mehr scheint, das wir sehen könnten. Wie ein Echolot aus einem tiefen, unbekannten Unterwasserweltall. Das ist die Yamuna, deren Wasser, so sagen die Schriften, wie die hunderfach geheiligten Wasser der Ganga sind (Srimad Bhagavatam 1.19.6 purport).
 
Bilder links: Im Gegensatz zur Ganga hat die Yamuna kein Versprechen abgegeben, sich nie von den Menschen zu entfernen. So hat sie sich im Laufe der Jahrhunderte, als die Schwingungsfrequenz der Zeitalter sich verdichteten und die Hingabe der Menschen an die höheren Frequenzen der multidimensionalen Welten nachließ, ihre eigenen Ufer verlassen und sich immer weiter zurückgezogen. So stehen viele Ghats, die Badehäuser von früher, leer und trocken da, oft umgeben von Dreck und Unrat, den die Menschen an den heiligen Ufern der Yamuna hinterlassen haben. Doch den Baum, auf dem Krishna die Saris der Kuhirtinnen versteckt hatte, als er ihnen die Gewänder versteckte, als sie ahnungslos in der Yamuna badeten, diesen Baum gibt es noch. Aber die Umgebung ist zum Teil zur trostlosen Einöde verkommen. Was hat eine so sorglose Menschheit als Dank dafür von einer Göttin zu erwarten?
 

 

Der Durga-Kunda
Eine der eindrucksvollsten Deities, die ich kenne, ist die Durga-Devi (Göttin Durga) im Durgatempel in Vrindavan. Sie hat ein silbernes, völlig außerirdisches Gesicht. Ihre Bildgestalt ähnelt einer Wesenheit, die nichts mit dieser Welt zu tun hat, außer der segensreichen Berührung, die sie uns gnädig schenkt. Sie hat es nicht nötig, hier zu sein und beschenkt uns dennoch mit ihrer Anwesenheit.
 
Auch sie wohnt nicht nur in der Deity direkt im Tempel, sondern ebenfalls im Kunda neben dem Tempel. Umgeben vom tosenden Verkehr lebt sie im schwarzen Wasser eines riesigen Tanks, einer stehenden öligen Kloake von schmutzigem Wasser, das tiefe Heilwirkung hat. Die Berührung mit diesem Wasser vermag alle Krankheiten zu heilen.
 
Auch hier hat es Unangenehmes zu überwinden, bis man die Deity erblicken darf, wie es oft der Fall ist. Die Saugnäpfe der Devotionalienverkäufer vor dem Tempel, Staub und Dreck der Großstadt. Für viele auch sicherlich schon einmal das schrecklich Unbekannte, das einem an einem solchen Ort zu erwarten scheint. Heidentum und Quacksalberei. Und der Darshan mit der Mahavidya, die auf dem Tiger reitet.
 
 

Lacht alle darüber. Glaubt an eure Politik und fühlt euch von Terroristen bedroht. Ihr Armleuchter, ich glaube lieber an Durga Devi. Sie reitet auf einem Tiger und neigt sich den Menschen zu, die sie sehen wollen, obwohl sie glauben, sie ein Leben lang nicht gesehen zu haben, weil sie übersehen, daß sie sie in ihrer Bildgestalt schon perfekt wahrgenommen haben. Aber wie können wir uns an etwas erinnern, was uns nicht bewußt war?
 
Wer sich auf eine Beziehung mit einer Deity einläßt, beginnt in einer anderen Frequenz zu oszillieren. Dinge, die nicht funktionieren, bekommen plötzlich anderen Inhalt, werden zu Wegweisern zu Dingen, die funktionieren. Das Schattenspiel des Lichts auf Bäumen wird zu einer eigenen Sprache. Der Geist einer Deity wird intuitiv wahrnehmbar, der Darshan (die Begegnung mit einer Deity) wird zu einem Rauschzustand. Wer weiß schon, warum. Aber sicherlich weiß man, wo das hinführt.
 
Sinnlich nicht wahrnehmbar.