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![]() Shopping ist immer so etwas wie Weihnachten. Und seitdem es mich gibt, erinnere ich mich auch an die Zuckerlecke in Baden, wo es eigentlich immer Weichnachten ist ... Shopping ist für mich ein wunderbarer Teil einer großen Reise. Es ist das Sammeln von Andenken an die Kultur, der man (hoffentlich) auf dieser Reise begegnet ist. Von der Sachertorte bis zum Räuchergefäß ist jeder Einkauf ein vielfacher Gewinn. Für Produzent und Händler, weil sie damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Für mich, weil ich Freude daran habe, schöne Dinge einzukaufen und nochmals Freude, wenn ich dann das Eingekaufte gebrauche. Die Musik höre, die Worte lies, die Bilder sehe. Die Stoffe anfasse, betrachte, bewundere und zu sanfter Kleidung nähen lasse. Oder wer kennt schon das Gefühl, sich mit weicher äthiopischer Baumwolle zu bedecken, um sich vor der Kühle einer Frühlingsnacht zu schützen? Gibt es einen sanfteren Stoff? Aus einem Set marrokkanischen Geschirrs zu essen veredelt die Speisen, die Soße, die mit den wilden Chillimischungen von den Händlern unter der U-Bahn Brücke in Barbesse-???? veredelt wurde. Es gibt so teures wie Audio-Elektronik von AKG und (vielleicht sogar einmal) von Chandler, mit der man seine Musik verändern kann, aus Dumpfheit Brillianz erstellen. Und so schweres wie aus Teakholz per Hand geschlagene Modifikationen von Dholaks und Pakhawaj-Trommeln, mit Tablafellen bespannt, die dann von drei Trägern zur Motoriksha getragen werden, von dort aus zur Post gefahren, in Baumwolle eingenähnt, bevor sie die lange Reise in den Okzident antreten. Was ist das dann für ein Klang, den man sich erstanden hat? Es klingt nach Trommel und gleichzeitig nach Gong. Unikate Trommeln, unikate Seelen. Mit diesen Genüssen für alle Sinne kann man nach Hause kommen von den weiten unserer kleinen Welt, die da als Sandkorn im Universum schwebt und doch ein Behälter ist für die unendlichen Weiten der Seele. Mit all diesen Genüssen erschafft man sich eine weite Seele. Gestreßte, hysterische Weiber, oft noch dick vermake-upt, damit man die Spalten in ihren verlebten Gesichtern nicht sieht, die mit ihren sinnlosen Einkäufen für die Selbststreicheleinheiten in großen, mit den Logos internationaler Konzerne versehenen Präsentationsplastiktüten über ohnehin schon überlastete Zebrastreifen hetzen. Das ist hier nicht das Thema. Das Thema ist das, was aus meier zwanzig Kilo Fluggepäcktasche eine vierzig Kilo Fluggepäcktasche macht. Was bewirkt, das meine Flugkosten ein wenig in die höhe schnellen und die Gepäckabwicklung in Bombay soviel im Stück nicht transportert und damit die professionellen "Gepäck in Plastik Einwickelbeamten" zum Eisatz kommen. |
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Dafür transportiere ich Wissen in meiner Tasche. Muse und Freude. Und manchmal sogar Gott. Oder Abbilder verschiedener Götter. Das macht jeden Luxus wett, den man nicht braucht. Statt ungelenker Kleidung abstruser Qualität liegt in meiner Tasche Matka-Seide oder aber auch eine Rolle Ein-Euro-Stoff vom Markt im Barbesse. Statt mich am Lifestyle-Foodstand zu verköstigen und meine Tabletten gegen Flugangst oder zu hohem Blutdruck im vorgeschriebenen Plastiksack zu transportieren, bringe ich unbekanntes Puder und Blätter ohne Etikette mit. Nicht die neuesten Renner aus den angesagtesten Clubs, sondern CDs ohne Aufdruck aus dem Rastaladen oder Originalaufnahmen aus dem Cultural Club in Zanzibar, denn für irgendwas hat man ja ein iBook und billige Mikrophone vom Thomann-Versand. Shopping ist ein Paradies materieller Freude und das Fundament kommender spritureller und kultureller Genüsse. Wobei sprituell und kulturell da ineinander verfließen, wie es in der Materie gedacht ist. Das geheimnisvolle Gewebe unverständlicher Handlungsabfolgen auf der Bühne der Materie eröffnet uns Stück für Stück die Welten hinter der vordergründigen Illusion. Es eröffnet sich uns immer bewußter die Welt echter Illustion, eine Schöpfung pur. Mayas Fingerabdruck, auf dem der Pfad zur Shiva-Shakti abzulesen ist. ![]() Dabei ist Schopping oft eine Mischung aus Notwendigem und Schönem. Das ergibt natürlich eine inspirativ wohltuende Mischung. Wegen des kaputten Fells und der ausgeleierten Mechaniken der Trommeln, die ich in Varanasi erstanden und per SAL in die Schweiz schicken ließ, fuhr ich nach London, um Ersatz für die Felle und für die Mechaniken zu finden, dabei konnte ich einem guten Set Tablas nicht widerstehen. Und dazu noch die richtigen Gewürze aus Brixton und das fehlende "Ghost in the Shell 2" für die DVD-Sammlung. And whatever more one needs. |
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Where to shop what. |
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