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The Edward Mickonis Society spielt ein Adventskonzert 10. Dezember 2011, Jakobikeller Kirchenplatz, A-2531 Gaaden, Niederösterreich Wie komme ich nach Gaaden? Eintritt: 8.– Euro ... unter dem Motto: Edward Mickonis Trommeln und elektrische Geräte Stefan Fraunberger Kontrabaß und Jagdhorn Pepi Abicht Blasinstrumente Paul Schneider Schlagwerk Thomas Müller Elektrische Tasteninstrumente Christoph Schwaninger Elektrische Tasteninstrumente Pascal Riedwyl Indische Sitar, Bansouri, Kalyuka Tatsächlich: ein neuerliches Konzert der Edward Mickonis Society noch im gleichen Jahr. Angefeuert von den begeisterten Stimmen über das letzte Ereignis war es natürlich eine Pflicht, den Followers der EMS ein neues Konzert zu bescheren, und welche Zeit eignet sich besser für Bescherungen als die Adventszeit? Und damit war die Ideee zum Adventskonzert geboren. Um das (durchwegs angenehme und sicherlich wieder bespielbare) Fahrwasser des Theater am Stegs ein wenig zu Verlassen, wurde als nächster Spielort der Jakobikeller in Gaaden erwählt. Das gibt Abwechslung, wenn man auch vor die Aufgabe gestellt ist, das ganze PA und auch das Licht zu stellen. Aber was der EMS ein Problem, ist der EMS auch eine Lösung. Und wenn man zur Discobeleuchtung greifen muß.
Pepi Abicht mit dem Keyboarder Rudi Derkits im Jakobikeller 2004.
St. Jakob, in seiner Niche verborgen ... Der Jakobikeller ist dem Hl. Jakob gewidmet, der als Deity seinen Platz in seiner eigenen Nische des Kellers hat, repräsentiert er den Schutzherren der Pilger, ist er als Schutzheiliger jener tätig, die auf ihrem persönlichen Parikran sind und damit auch sicherlich sehr gern auch als der Beschützer einer Formation wie die EMS, die ja auf unbekannten Reisen unterwegs ist, ungeprobte Musik spielt, voll und ganz der Inspriration und dem Schicksalstreiben des musikalischen Augenblicks ausgesetzt. Und auch dem Risiko des Moments: dem Vertrauen ausgesetzt, dem man den unbekannten Musikern entgegenbringen muß, die man nie vorher gesehen, mit denen man nie vorher auch nur einen einzigen Ton ausgetauscht und nicht einmal ein Notenblatt zur Orientierung zur Hilfe hat. Es ist eine musikalische, eine spirituelle und eine gesellschaftliche Pilgerreise, die wir da unternehmen. Piraten unter spiritueller Flagge, denn weder haben wir die Unterstützung der "Musik"-Industrie (die ja kaum noch mit Musik zu tun hat) noch ein breites Verständnis in einer Bevölkerung, die in der Regel in einem "Musik"-Erlebnis nur mehr leicht verdauliche emotionale Befriedigung sucht, oder aber ein gutes Geschäft, oder "Ablenkung". Und wenn solche Piraten, die die Weltmeere des Klangs auf eigene Faust durchsegeln, sich plötzlich hinter Klostermauern verschanzen, dann haben sie vermutlich auf ihrer Weise das getan, was "ins Kloster gehen" auf Englisch heißt: "To enter the convent." Nun denn, Piraten entern dann tatsächlich das Klostergebäude. |
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Und lange habe ich natürlich überlegt, auf welche Weise ich das Plakat gestalten sollte. Begonnen hat es mit den üblichen oft hingekritzelten Karikaturen, die dann eingescannt wurden, koloriert und in die Plakatvorlage gesetzt. So warfen sie ihren Schatten auf ein Photo, das ich 2004 im Jakobikeller gemacht hatte, als ich zum ersten Mal Pepi Abicht spielen gehört hatte. Die Karikatur stellte den Schlagzeuger dar, der zugunsten seines Schattens immer weiter nach links rückte bis er schließlich aus dem Bild verschwand. Damit blieb nur mehr sein Schatten übrig. Und je länger je mehr ich den Entwurf betrachtete, je mehr ersah ich in dieser Darstellung das Höhlengleichnis von Platon: Gefangene in Höhlen sehen die Schatten von Wesen aus einer anderen (realen?) Welt, die über den Schein eines Feuers an die Höhlenwände geworfen werden, halten aber die Schatten für die Realität, weil sie die eigentlichen Realität weder kennen und aus ihrer Unkenntnis heraus auch nicht anders als eine Schattenrealitiät begreifen wollen. ![]() Ist das nicht ein wunderbares Gleichnis? Da stehen und sitzen sie nun, unsere konvertierten Piraten, die sich weltabgewandt haben um in der Stille des Klosters bei kontemplativer und meditativer Musik dem Kreuzworträtsel ihrer Musikstücke zu widmen, ohne zu wissen, woher ihre Inspiration kommt oder geht, und nur die Schatten darstellen, die eine Musik spielen, in deren Töne, in deren Gestaltung die Landschaften anderer Welten kartografiert sind. Wir wissen allzuwenig über die Gebiete, die wir hier betreten, begehen sumpfigen Boden, stolpern durch finstere Nacht und modulieren einmal mehr die Phasen digitaler und analoger Klänge, um unser Publikum einmal mehr auf unsere seltsame Abenteuerreise zu nehmen, herauszureißen aus dem Alltag der künstlichen finanziellen Sorgen, die uns von jenen Versagern präsentiert werden, die sich mit viel echter Piraterie in die Höhen der Politik geschwungen haben; herauszureißen von einer Pseudorealtiät, die uns von den Medien übergestülpt wird, um sie zurückzuführen in die ewige Jugend ihrer Seele, die nie altert und wertvollster Teil unseres Willes zu Sein ist, ewig jung und ewig auf der Suche nach ekstatischer Vollendung. "The Soul is not subject to death." Kadamba Kanana Swami Der bereits zur EMS 4 eingeschlagene Weg wird konsequent weiterverfolgt: In meiner kompletten Vermessenheit hatte ich es gewagt, öffentlich Tablas zu spielen, diesem schwierigsten Percussionsinstrument, das es auf der Erde gibt, die "richtigen" Tonalitäten zu entlocken, oder zumindest die Tonalitäten einer Tabla in den Kontext des Jazz und des experimentellen Jazz zu stellen. Gut, ein Wagnis, aber wer nicht wagt, erblickt nicht die Schönheit des tiefen Abgrunds. Ziehen wir die Konsequenzen: fügen wir dem Experiment noch die Sitar und die russische Obertonflöte hinzu. Geben wir dem Klanggebilde der Congas noch die Phasenmanipulation hinzu, denn was jedem DJ mit der Elektrodrum recht ist, kann mir nur billig sein. Und das ist nun die logische Konsequenz der EMS 5: Jazz und Sitar, Obertonflöte und elektronisch angepaßte Congas. Denn es hat (siehe linke Spalte) wieder zwei neue Gesichter in der EMS, zwei Schweizer. Christoph Schwaninger am zweiten Keyboard und Pascal Riedwyl, der die Sitar und die Obertonflöte spielen wird, aber auch Bansouri und elektrische Kalimba. Ich weiß beim besten Willen nicht, was das zum Klanggebilde der EMS auslösen wird, bin aber gespannt wie ein Regenschirm. ![]() |
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Kommunikationen bitte per
![]() Neue Gesichter bei der EMS
Christoph Schwaninger, neu an den Keyboards
Pascal Riedwyl, Sitarspieler und Flötist an der EMS 5 Bin ich Talentscout? Sicher Talentscount ohne Auftrag. Hinter mir steckt keine Firma, nur ein Verlustgeschäft aus Idealismus. Aber was bleibt und denn überhaupt übrig? Irgendwann sind auch versteinerte Knochen nur mehr vergängliche Zeugen uralter längst vergangender Hoffnungen, Wünsche und Illusionen. Kali gibt's und Kali nimmt's. Dennoch halte ich meine Augen und vor allem Ohren offen, um jemand mit auf die Reise ins unerforschte Land der Klänge zu nehmen. Pascal habe ich (so wie Janus Heilton) auf der Straße gefunden, als er Straßenmusik machte, um sich einen Indienaufenthalt zu verdienen. Ich kenne ihn noch nicht besonders gut, aber auch er scheint dabei zu sein, sein Bewußtsein nach den wirklich wertvollen Ecken zu erforschen. Welcome on board, harrr. Es gibt viele Schätze da drin, in uns, und Davy Jones soll und nicht abschrecken. Und Christoph spielte mit seiner Combo – wo hätte es anderswo sein können – in der Carambolage, wobei sein gigantisches Fender-Rhodes mit dazugehörigem Verstärker die halbe Bar einnahm. Und so wie ich erfahren habe, besucht er derzeit die Basler Jazzschule. Völlig enttäuscht vom Sound der Gegenwart (wer kann's ihm übel nehmen ...) hat er inzwischen Cream entdeckt. Eine gute Wahl, richten wir dabei unser Ohrenmerk auf den Ginger ... |
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![]() Es ist schon einige Jahre her, daß einer der weltzugewandtesten und gewieftesten Geschäftsleute unter den Gurus, die uns Indien so zugeschwemmt hatte, praktisch aus dem Interesse der Medien entschwand. Dennoch werden Oshos Vorträge nach wie vor veröffentlicht und finden weiterhin Absatz. Was solls? Schlußendlich hat er der Gesellschaft ihre verkorsten Regeln bestens vor die Nase halten können. Doch soll es hier nicht um Osho gehen, sondern um einen seiner Sannyasins (Schüler), der sich voll und ganz der Klangforschung widmete. Nun begann sein Interesse an Klang und Musik schon lange bevor der Name Osho oder aber sein vorheriger Name Bhagwan (klingelt's jetzt?) auch nur irgendwo in Hörweite war. Joachim Ernst-Berendts Erstlingswerk "Jazz Life", eine photographische Dokumentation über die Musik der Schwarzen in den Jahren 1959/60 mit dem Photographen William Claxton sollte in keiner Musikbibliothek fehlen. Ein späterer Bestseller wurde auch "Die Welt ist Klang", das erschien, als er bereits Sannyasin war. Weniger bekannt wurde aber der Band "Das Dritte Ohr – Vom Hören der Welt".Ich wüßte gar nicht, worauf ich da eingehen sollte, um auch nur einen Bruchteil von dem Gedankengut anzudeuten, das sich in diesem gewaltigen Standardwerk über Hören und Klang zusammenfindet. Für mich ist es jedenfalls eine immerwiederkehrende wertvolle Orientierung, wenn ich drohe, den Faden zur Transdendenz der Musik zu verlieren. Ganz egal, welches Thema er behandelt, immer wieder führt er den Leser zu neuen bzw. uralten Betrachtungsweisen zum Thema Klang. Oder wo ist schon nachzulesen, daß die vierzigfache Oktavierung der Frequenz der Erdrotation unseren Sehbereich erreicht und mit seinen 427 Billionen Herz dem leuchtenden Orange der Gewänder der buddhistischen und hinduistischen Mönche entspricht? Allen Teilnehmern der EMS wärmstens empfohlen! Es empfiehlt sich generell, sich mit dem Werk von Joachim Ernst-Berendt auseinanderzusetzen, sei es mit seinen Büchern oder aber mit den im YouTube einzusehenen Fernsehsendungen mit frühen Jazzlegenden wie Thelonius Monk. Das Original dürfte längst vergriffen sein, dennoch beim Traumzeit Verlag noch erhältlich. |
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Ein kleiner Rückblick auf die EMS 4: Pepi am Eintrompeten und Einspielen und Einpegeln mit Stefan Fraunberger. Thanks Budi für die Fotos! |
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Der komische Vogel![]() Vielleicht hat sich jemand gefragt, was dieser komische Vogel da oben am linken Rand des Plakats soll. Hier sei das Geheimnis gelüftet: Es ist der Marabu aus Gustav Meyrinks Erzählung "Amadeus Knödelfeder, der unverbesserliche Lämmergeier." "Das geht nicht länger so weiter", brummte er (Amadeus Knödelfeder) und schloß die Augen, um das unverschämte Grinsen des Marabus nebenan im Käfig nicht zu sehen, der regungslos im Winkel saß und angeblich «Gott dankte", – eine Beschäftigung, der er als heiliger Vogel rastlos obliegen zu müssen glaubte, "das geht nicht länger so weiter!!!". (Knödelfeder lag ständig im Streit mit dem zweiten Steinadler im Zoo, Andreas Humpelmeier) Gustav Meyrink, Fledermäuse Erzählungen Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1916 Und um seine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen, hatte sich der Marabu noch dazu einen Button anfertigen lassen, ganz im Stil der 70er Jahre, dieser sei hier näher dargestellt. ![]() |
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