![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||
| |
The Edward Mickonis Society Live im Jakobikeller 2011 Kommunikationen bitte per Adventskonzert bei Vollmond Nun sind wir alle diplomierte Musiker. Mit dem Adventskonzert hat die Edward Mickonis Society seine Diplome verteilt. Nun sind wir alle Professoren des Schlagwerks, Doktoren der Tasten, Wirkliche Hofräte der Trompete: Geheime Räte, Beratende Minister, Käferspezialisierte, Alchemisten, Kurpfuscher, Lehrgangsabgeschlossene, Hausmeister und Hilfsschani für Blasinstrumente, Tastendruckmusikalien, Schlagwerk und Saitenobjektierungen. Ebenso rühme ich mich (wenn auch mit Ach und Krach über Um- und Schleichwegen) Doktor-Ratus der Elektronischen Konzertvermittlung zu sein, auch wenn dieser oder jener Hebel aus Zeitgründen übergangen wird. ![]() Was ich aber die ganze Zeit sagen wollte, ohne mich selbst zu unterbrechen: Die Edward Mickonis Society hat seine erste Phase (1 bis 5) abgeschlossen. Es war eine Zeit der Forschungen und der Prüfungen. Der Praxis, der Kontemplation, der Meditation, der Untersuchungen, der Analysen und auch der Begehung von Ortschaften, ausgehend von Alten Herrenhaus in Pottenstein, über das Theater am Steg in Baden, das Atrio in Basel und nun der Jakobikeller in Gaaden. Das sind eigentlich ganz wenige Konzerte. Und doch sind sie von eigenwilligen Erlebnissen durchzogen, von einem musikalisch-technischen Lehrgang, der mich mit den Aufnahme- und Wiedergabetechniken der Fünfzigerjahre bis hin zur Sequenzertechnik der Jetztzeit geführt hat.
Nach Jahren wieder aus der Schachtel geholt: meine kleine Taschentrompete. |
|
Eigentlich eine äußerst schwierige Aufgabe, die Sitar in Jazz oder Pop zu integrieren. Aber irgendwie hat sie ihren Platz gefunden. Es liegt wohl auch am Sitarspieler. Und am Vollmond. Noch nie war die EMS so kompakt gewesen, noch nie so vielseitig und noch nie war so klar gewesen, wie es weitergeht. Die Stilrichtungen und die Klangfarben, die vom ersten Auftritt an in vielen wandelbaren Farben und Färbungen unsere Improvisationen ihren Charakter geschenkt haben, werden aus dem Labyrinth des rein Improvisierten gehoben und werden nun als klanglandschaftdefinierende Basisstrukturen für viele weitere Stücke dienen. Ja, und ganz wichtig: Die EMS ist keine reine Band im üblichen Sinne. Sie wird immer der Umsetzung einer Society dienen – die ich mir zumindest vom Namen her unter den Nagel gerissen habe, und wenn es nur darum sei, einen wissenschaftlichen Anspruch zu simulieren – die EMS wird immer der Öffnung des Geistes dienen, einer Tätigkeit, einer Arbeit, die dem Öffnen der Sinne nach Außen dient – über Licht und Klang – und der Öffnung nach Innen – über das Nachklingen-Lassen des Erlebten. Die Worte der Besucher nach oder sogar während der Konzerte bestätigen das, ob sie nun etwas wie eine "Schwebewirkung" oder ein "extremes Chillen" empfunden haben. Jeder erlebt so etwas in seinem persönlichen "Anders". Und klar: Das ist etwas, was ich mit dieser Formation erreichen will, ähnlich wie die spirituell orienterten Musikformen der vielen Kulte auf der Welt, so soll auch die EMS zugewachsene Pfade wieder betretbar machen, denn diese führen uns in die vergessenen Welten unseres Geisteslebens. Ich betrete ja dabei selbst diese versunkenen Welten, wenn ich Musik spiele. Und bin gern bereit, unserem Publikum beizustehen, diesen Pfad entlangzugehen, den Pfad nach innen. Ich möchte an dieser Stelle allen, aber wirklich allen danken, die diesen Abend zu einem Erlebnis gemacht haben, das sind nicht nur die Musiker, die sich untereinander das Rampenlicht teilen konnten, das sind vor allem die vielen Helfer, die mitgewirkt haben, alles überhaupt zu ermöglichen: Leute am Licht, Leute an den Videokameras, jene, die mir unentgeltlich ihre Videokameras zur Verfügung gestellt haben, Catering, Unterbringung von Musikern, Transport. Allen voran möchte ich Richard Budishowsky danken, ohne ihn wäre gar nichts möglich. Dieser gab das Seinige dazu auf etlichen Gebieten, sei es die Werbetrommel zu rühren oder mich und weitere Musiker bei sich aufzunehmen; sein Beistand ist von unschätzbaren Wert. ![]() |
|
![]() Vom i/O verlassen und doch Audio aus allen Winkeln Sorry, diesmal bekamen der Mac und die Alesis Interfaces wirklich null Punkte, und ich weiß nicht wieso. Eigentlich wollte ich das ganze Konzert auf acht Logic-Spuren aufnehmen, dazu reichte die Zeit nicht, die Stereo-Eingabe ging auch nicht. Also kam vom Stefan der Vorschlag der A/B-Aufnahme auf zwei Spuren. Zwei Macs reagierten nicht auf den Input. Trotz Einschaltens der Phantomspeisung im i/O bekam ich kein Signal. Pascal hatte ein gutes Zoom dabei als hingen wir das an. Chip-Speicherplatz war knapp, aber zumindest hätten wir einen Teil des Konzerts aufgenommen. Die Batterie war anscheinend auch nur mehr knapp am Leben, also entschloß sich das Zoom dazu, die Aufnahme erst gar nicht zu speichern. Ach, was ist doch eine gute Arbeitsvorbereitung wert ... Dennoch: Die einfachen Videokameras lieferten erstaunlich guten Ton. Ich hatte sie zum Teil schon vorher getestet und war darüber erstaunt, über welch gutes Limiting sie verfügten. Also hatte ich – zumindest solange die Speicherkapazität reichte – den Videoton von verschiedenen Winkeln. Damit hatte man die diversen Videobilder, wobei die Fisheye-Perspektive der drei Go-Pros einen eindeutig vintage-psychedelic look lieferten (I love it!), und dazu noch die Verschiedenartigkeit der Audio-Inputs. Natürlich hatten die Go-Pros mit ihren Schwächen zu kämpfen, es sind nicht die hochwertigsten Audio-Inputs, und wenn das Licht nachläßt, dann fällt einiges an Brillianz weg. Ich bin aber doch – erstaunlicherweise, sonderbarerweise – froh darüber, daß es zu diesem Ausfall gekommen ist, denn die individuellen Aufnahmewinkel und die dazugehörigen individuellen Aufnahmequalitäten liefern völlig unterschiedliche audio-visuelle Ansichten des Events. |
|
|||||||||||||||||||||||
| |
Neu bei der EMS ist Christoph Schwaninger, Student der Jazzschule Basel, der sich uns als Keyboarder angeschlossen hat. Und nicht nur als Tastenspieler. Christoph war mit so viel Fleiß, Elan und Hingabe am Aufbau der Anlage beteiligt, daß ich gestehen muß: Ohne seine Hilfe wäre der Abend gar nicht möglich gewesen. One big, big thank you, Christoph! ![]() Hervorzuheben sind natürlich die Urgesteine der EMS. Pepi (Abicht) hat sich selbst übertroffen. Ich will jetzt ehrlich sein und ganz offen aussprechen, daß er mit seinen eigenen Formationen – wie soll ich es sagen – so etwas wie unterfordert ist. Das große Potential, das in ihm steckt, braucht eine besondere Band, die das herausholt: Pepi braucht einen besonderen Rahmen, um wirklich aufzublühen. Ich hoffe, daß ich zumindest zum Teil diesen Rahmen in der EMS bereitstellen kann. In Pizzeria und beim Heurigen zu spielen mag zwar ganz nett sein, das bewegt sich aber immer im Kreis der "gehobenen Unterhaltungsmusik", and that's it. Das Publikum knabbert und schlabbert vor einem dahin und gönnt sich zum großen Fressen noch etwas Jazz, naja. Eine andere Sache ist eine Musik, die einem in der Totenstille das Ab- und Ausrutschen, das Versagen in einer Situation, in der man von Voyeuren umgeben ist, ständig vor Augen hält und so tiefe Wachsamkeit vermittelt, dafür aber mit jedem Takt eine Reise ins Unbekannte beschert. Don't spare the horses, James: Ghost Riders in the Sky-horses donnern da himmelwärts. Pepi braucht den Konzertsaal; und bald auch den Tempelvorhof. Musik braucht einen Ort, an dem man die Stecknadel fallen hört, um sich zu entfalten und unser Gehör ungestört zu erreichen. Und das ist ein Ort, den auch Pepi braucht: Dorthin nehme ich ihn noch so gern mit. Zweites Urwesen aus der Edward'schen Society: Stefan Fraunberger. Ich zitiere sehr gern sein Mail zur EMS5: "Gute Wahl das Konzert auf den Vollmond zu legen - ich glaub das wirkt! Selbst hab ich mir vor lauter Emphase Blasen auf die Finger gezaubert ... " Er ist ja jedesmal voll mit dabei. Und so wie ich den Faden des Hinduismis in die Musik einspinne, so hat Stefan seinen Bezug zum Islam und erkundet dort die ungeahnten Tiefen der Mystik und Kunst. Ich verdanke Stefan eine grundlegende Erkenntnis: Der Islam hat nichts mit dem zu tun, was uns in den Medien als Islam präsentiert wird. Fassen wir zusammen: Politik ist nicht Religion. Und die Knallerei mit Kalschnikovs hat nichts mit dem Knallen von Trommeln zu tun. Und bevor auch nur irgendwo ein Funken Friede herrscht, muß vorher Bildung vorherrschen, und das gilt auch für unseren erbärmlich verkommenen Westen, denn jede Form von Spiritualtiät scheint hier verlorengegangen zu sein. |
![]() Dieses Konzert hat auch dazu gedient, meine Stimme wiederzuentdecken: Das Wagnis, Blues zu singen, hat Resonanz gefunden. Es hat mich ein wenig erstaunt, aber anscheinend sollte ich auf dieses ureigene Instrument nicht verzichten, denn die Mitteilungen, die ich über die "einfache" Schiene des Blues machen kann, scheinen in ihrer klassischen Melodik und den wusseligen Modulationen Anklang zu finden, scheinen wirklich die Seele anzusprechen, wo sie am einfachsten anzusprechen ist, mit dem Sprechorgan. Und ebenso freut es mich, der Cigar-Box Guitar aus dem eBay ebensolche ansprechenden Klänge entlockt zu haben. Wohlweislich vorbereitet im trauten Heim in Basel, sei hier die Gitarrenkonfiguration kurz zusammengefaßt: Gitarren: Hoyo de Monterey Cigar Box Guitar Quelle: eBay Rote Gibson, SG-Modell (Klon, erstanden für 80 Euro im Flash-Music, Wien) Signalweg: Electroharmonix El Nano LPB-1 Linear Power Booster Electroharmonix Clone Theory Chorus Tesla Graphic Equalizer Marshall 9214 Preamp umschaltbar Overdrive/Cleam Channel TC M350 Reverb/Delay VOX T-60 Bassilator 60 Watt Bass Amp (Bass-Boost ausgeschaltet) ![]() Lassen wir diesen Satz wirken: die musikalischen Darbietungen der Edward Mickonis Society sind nicht zur Unterhaltung gedacht. Sie sind so etwas wie Meditationssteine. Steine, die unbeweglich erscheinen, aber – so wie es Richard Budischowsky als Glasbläser erkannt hat – auch Glas ist nicht etwas, das stillsteht, sondern auch im erkaltetem Zustand immer noch in Bewegung ist. Steine sind nicht tot, sondern lebendig, jeder Fels, was mir in Nepal aufgefallen ist, spricht, teilt sich mit mit seiner Form, wie sich die Form des Blätterdachs von Bäumen den Menschen mitteilen kann, wenn man aufmerksam genug ist. So ist unsere Musik auch wie ein Stein, der seine Form verändert, aus kosmischer Sicht nur geringfügig, aus menschlicher Sicht ist das Medium Musik extrem wandelbar. Und so ergeben sich glänzende, farbige Oberflächen oder stumpfe farbige Oberflächen, graue und braune, glänzende und matte, Moosbewachsene und unter dem Stein hausen die Käfer und die Würmer, die Kollektivexistenzen in der Natur, zusammen mit den Viren und Bakterien. Alles lebt und alles ist Nada Brahma. Das Ziel der Edward Mickonis Society ist dem Zuhörer/Zuschauer diese Oberflächen darzubieten, über die während ihres Erscheinens meditiert werden kann. Soll. Denn dann offenbaren sich erst die Geheimnisse unserer Musik. Und wenn's die Menschen nicht wahrgenommen haben, dann sicherlich die Vollmondkobolde in den Nischen des Jakobikellers. |
|
Meine erstes DMX
Was hier wie ein Radiator aussieht, ist eigentlich ein kleiner DMX-Fluter. Nun denn, nicht ganz, aber das erste Mal, daß ich eine DMX-Anlage im Konzert laufen habe. Das Zeug ist inzwischen Stinkebillig geworden, und vor allem: vor einigen Jahren war eine Lichtanlage eine tonnenschwere Angelegenheit. Inzwischen steckt man ein paar Fluter in einen Koffer, ein kleines DMX-Pult dazu und schon geht's los. Und die Sache braucht echt wenig Strom, ein Fluter verschluckt 100 Watt und mit ein Wenig Geschick hat man schon eine Light-Show. Da kann sich der Budi lange über das "Plastiklicht" aufregen, der Video dankt's. OK, es war nicht alles DMX, da waren noch zwei normale "Kannen" links und rechts, damit's kräftiges Licht hat, und ganz hinten der Verfolger, der auch noch tolle Akzente gesetzt hat. Was mich etwas beunruhigt hat, war, daß der Lichtmensch (Name folgt, ich weiß ihn zur Zeit gar nicht, alles ging da recht schnell ...) plötzlich im DMX-Pult zu programmieren begonnen hat, nachdem ich's eingestellt hatte. Ich setzte meine Scheuklappen auf und hoffte auf das Beste, es war genug Anderes da, um das ich mich kümmern mußte, und siehe da, alles klappte vorzüglich und jedes Stück bekam seine eigene Atmosphäre.
My first Lichtpulte (war das jetzt Deutsch oder Englisch?).
|
|
||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
|
|
|
|
|||||||||||||||||||||||