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Manikarnika Ghat | Nachts / Digitalfoto / 2007
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Manikarnika Ghat




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Das Tor zur anderen Welt. Im Zentrum als kleines Häuschen deutlich zu sehen: der Shiva-Nath Tempel, der kleine Haupttempel des Manikarnika-Ghats, der großen Hauptverbrennungsstätte in Varanasi. Wenn Varansi das Herz Indiens ist, dann ist das die Herzkammer. Um in das Innere des Tempels zu gelangen, steigt man zunächst einmal über die nach dem Eingang liegenden Hunde (nächtliches Reittier Shivas!), um an den Sahdus vorbei, die gerade ihre Chillum-Mischung vorbereiten, den bis zur Decke lodernden Dhuni (Feuerstelle) des Pujaris zu bewundern, um dann den Darshan am silbernen Shiva-Linga in der Yoni aus Götterköpfen zu empfangen. Alle diese Vorgänge zu beschreiben und zu erklären würde diese Bildlegende weit sprengen ...
Die vielen Feuer der brennenden Leichen laufen die ganze Nacht hindurch. Unablässig geben sich die Toten den Flammen Shivas hin, um in seine Dimension zu kommen. Einst, vor fünftausend Jahren, so sagt man, hatte Shiva seine eigene Frau hier bestatten müssen, seitdem wird ein kleines Feuer gehalten, von dem man die Glut zum Entzünden aller anderen Bestattungsfeuer holt. Nirgendwo hat es Gestank nach verbranntem Haar oder verbrannten Nägeln (Tatsache!), denn es war Shivas Wunsch, daß diese Verbrennungstätte nicht nach verkohlten Leichen stinken solle.
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